ROUNDUP: Weiter ohne Winterkorn - VW-Dieselprozess bleibt bei vier Angeklagten

ROUNDUP: Weiter ohne Winterkorn - VW-Dieselprozess bleibt bei vier Angeklagten
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30.09.2021, 06:35 ‧ dpa-Afx

BRAUNSCHWEIG (dpa-AFX) - Der Betrugsprozess zur Dieselaffäre bei Volkswagen geht ohne die zentrale Figur Martin Winterkorn weiter. In der Braunschweiger Stadthalle wird das Strafverfahren des Landgerichts an diesem Donnerstag (9.00 Uhr) mit weiteren Aussagen von VW-Führungskräften fortgesetzt. Die vier Manager und leitenden Ingenieure sind unter anderem wegen gewerbs- und bandenmäßigen Betrugs bei der Manipulation von Millionen Autos angeklagt. (6 KLs 23/19) Eine Beschwerde gegen die Abtrennung des Winterkorn-Komplexes blieb ohne Erfolg.

Nach der Verlesung der Anklageschrift nutzen alle Angeklagten die Möglichkeit, sich ausführlich zu den Vorwürfen einzulassen. Die derzeit laufenden Schilderungen des früheren Chefs der VW-Aggregateentwicklung nehmen dabei allein etwa zwei Verhandlungstage ein. Zuvor hatten zwei angeklagte VW-Ingenieure eine Hauptverantwortung für den Abgasskandal abgestritten. Insgesamt sind für die Hauptverhandlung mehr als 130 Sitzungen bis in den Sommer 2023 geplant.

Seit Mittwoch haben die Prozessbeteiligten Gewissheit darüber, dass Ex-Konzernchef Winterkorn vorerst nicht zu dem Strafprozess erscheinen muss. Eine Beschwerde der Staatsanwaltschaft gegen die Abtrennung seines Verfahrensteils hatte beim Oberlandesgericht keinen Erfolg. (1 Ws 221/21) Eine weitere Anfechtung dieser Entscheidung ist nicht mehr möglich.

Auch die Verteidiger der vier schon vor Gericht stehenden Männer hatten die Vertagung des Winterkorn-Komplexes zum Prozessauftakt scharf kritisiert. Ob und wann sich der gesundheitlich angeschlagene 74-Jährige der Anklage stellen muss, ist unklar. Er war nach dem Auffliegen des Skandals 2015 zwar zurückgetreten, hatte aber stets beteuert, sich "keines Fehlverhaltens bewusst" zu sein./bch/DP/zb

Quelle: dpa-AFX