SEVENUM (dpa-AFX) - Redcare
Das im vergangenen Monat in den SDax
Jefferies-Experte Martin Comtesse lobte in einer Analyse des Zahlenwerks vor allem die gestiegene Profitabilität, diese sei im zweiten Jahresviertel "außerordentlich" gewesen und habe die Markterwartungen um gut ein Viertel übertroffen. Angesichts dieser Entwicklung hält er den Mittelpunkt der jüngst angehobenen Prognose für konservativ.
Redcare-Chef Olaf Heinrich sprach laut Mitteilung von einem erneut starken Quartal für den Medikamenten-Versender, in dem das Wachstum sich beschleunigt habe. Zudem konnte der Doc-Morris-Konkurrent seinen Stamm sogenannter aktiver Kunden und Kundinnen um eine halbe Million auf nunmehr 14,7 Millionen erweitern. Die Zahl der Bestellungen erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um 17 Prozent, lag allerdings etwas unter dem Wert im Vorquartal.
Auf Konzernebene stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um ein Fünftel auf 853 Millionen Euro und übertraf damit die durchschnittlichen Analystenerwartungen. Der Erlös mit verschreibungspflichtigen Medikamenten kletterte dabei mit 34 Prozent überdurchschnittlich stark, noch höher war das Plus im wichtigen deutschen Markt mit 58 Prozent. Frei verkäufliche Produkte legten konzernweit um 13 Prozent zu.
Ergebnisseitig wirkten sich laut Konzern geringere Marketingausgaben und Größeneffekte positiv aus: Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) zog um 63 Prozent auf knapp 30 Millionen Euro an. Auch hier lagen die Markterwartungen niedriger. Im vergleichsweise noch jungen und im Aufbau befindlichen internationalen Segment, zu dem die Länder Belgien, Niederlande, Frankreich und Italien gehören, erzielte der Konzern einen bereinigten operativen Gewinn von einer Million Euro.
Insgesamt stieg die bereinigte operative Marge damit um 0,9 Prozentpunkte auf 3,5 Prozent - und kam so über dem nun bestätigten Konzernziel für 2026 von 2,5 bis 3 Prozent heraus.
Unter dem Strich landete Redcare zur Halbjahresbilanz allerdings noch tiefer in den roten Zahlen. Auf die Aktionäre entfiel nach den ersten sechs Monaten ein Verlust von 5,8 Millionen Euro, verglichen mit minus 1,5 Millionen Euro im Vorjahr. Ausschlaggebend waren hier vor allem ein schlechteres Finanzergebnis als im ersten Halbjahr 2025 und ein negativer Steuereffekt./tav/men/mis
Quelle: dpa-AFX
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