Die Anspannung an den Börsen nimmt zu. Ein hoher Ölpreis schürt Inflationssorgen, starke US-Arbeitsmarktdaten dämpfen die Hoffnung auf eine schnelle geldpolitische Entlastung durch die Fed zusätzlich und mit der EZB-Sitzung sowie neuen US-Inflationsdaten stehen bereits die nächsten Risikofaktoren an.
An den internationalen Aktienmärkten steigt die Nervosität. Mehrere Belastungsfaktoren treffen aufeinander und erschweren die Einschätzung der weiteren Richtung. Im Mittelpunkt steht der gestiegene Ölpreis. Der neuste Anstieg treibt den Preis auf über 93 Dollar - so hoch wie zuletzt Anfang Juni. Hohe Rohölpreise verteuert den Transport und zahlreiche Vorprodukte. Entscheidend ist der inflationäre Effekt: Hält der Auftrieb bei den Energiepreisen an, könnte der Rückgang der Teuerung ins Stocken geraten. Das würde den Druck auf die Notenbanken erhöhen.
Zusätzliche Spannung liefern die US-Arbeitsmarktdaten. Nach den am Freitag veröffentlichten Non-Farm-Payrolls (NFP) stieg die Beschäftigung in den USA im August um 162.000 Stellen, während die Arbeitslosenquote bei 4,1 Prozent blieb. Der Zuwachs lag deutlich über dem Zwölfmonatsdurchschnitt. Zudem wurden die Beschäftigungszahlen für Juni und Juli insgesamt um 55.000 Stellen nach oben revidiert. Ein robuster Arbeitsmarkt erschwert der Federal Reserve eine schnelle Lockerung. Das dämpft die Hoffnung auf sinkende Zinsen. Aktuell wird mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 60 Prozent mit einer Zinserhöhung durch die Fed bei der nächsten Sitzung gerechnet.
Auch in Europa stehen wichtige Termine bevor. Der EZB-Rat tagt am 9. und 10. September; die Zins-Entscheidung folgt am zweiten Sitzungstag. Aktuell wird mit einem weiteren Zinsanstieg gerechnet, da die Inflation im Euroraum zuletzt wieder zulegte (siehe Grafik). Am Freitag, dem 11. September, veröffentlicht das US-Ministerium die Verbraucherpreisdaten (CPI) für August. Fallen sie stärker aus als erwartet, könnte das Aktien zusätzlich belasten. Bleibt der Preisdruck moderat, könnte sich die Stimmung stabilisieren. Volatilität ist also vorprogrammiert.
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08.09.2026, 16:29
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