++ Showtime! Chance auf Verdreifachung ++

Nebius‑Aktie: Ritterschlag von Palantir

Nebius‑Aktie: Ritterschlag von Palantir
Foto: Frame-Stock-Footage/Shutterstock
Yandex NV -%
Ingo Nix Heute, 14:08 Ingo Nix
Logo: DER AKTIONÄRJetzt bei Google bevorzugen
Top-Analysen. Direkt für Sie. Bei Google.
  • Unsere Analysen ganz oben bei Google
  • Kostenlos schneller informiert
  • Jederzeit anpassbar

Palantir hat Nebius zum bevorzugten Partner für souveräne KI-Infrastruktur ernannt. Rechenleistung und Inferenz des Amsterdamer Anbieters sollen nach einer Integrationsphase innerhalb von Palantirs Unternehmensperimeter laufen. Berechtigte Kunden bekommen damit offene Modelle auf einer Infrastruktur, die sie selbst kontrollieren, ohne ihre Daten an einen der großen Cloudanbieter zu geben. Eine Zahl sucht man in der Mitteilung allerdings vergeblich – und es ist die wichtigste.

  • Nebius wird bevorzugter Partner für souveräne KI-Infrastruktur; Rechen- und Inferenz-Endpunkte rücken in den Palantir-Perimeter.
  • Der Zugang öffnet Nebius Palantirs kommerzielle Kundenbasis – jenes Segment, das in den USA im Q2 um 149 Prozent auf 764 Millionen Dollar zulegte.
  • Finanzielle Konditionen wurden nicht genannt, die Integration steht erst bevor.

Nebius: Der Perimeter als Verkaufsargument

Der Kern der Vereinbarung ist keine Rechenzentrumsfläche, sondern eine Grenzlinie. Palantirs Sovereign AI Operating System – aufgesetzt auf AIP, Ontology, Foundry und Apollo – liefert die Autorisierungs- und Isolationsschicht, in der Unternehmen eigene Modelle auf eigenen Daten trainieren. Was bislang fehlte, war die Rechenleistung innerhalb dieser Grenze. Genau die liefert Nebius künftig, und zwar so, dass die Daten den kontrollierten Bereich nicht verlassen.

Alex Karp, Mitgründer und CEO von Palantir, formuliert es als Kontrollversprechen: Ontology und fremde Infrastruktur sollen gemeinsam „die Souveränität untermauern, die unsere Partner fordern“. Nebius-Gründer und CEO Arkady Volozh zielt auf denselben Punkt und spricht von optimierten offenen Modellen auf „vertrauenswürdiger Infrastruktur“. Beide verkaufen damit dasselbe Argument gegen die Standardlösung: Ein Unternehmen soll KI-Leistung im Hyperscaler-Maßstab bekommen, ohne die Schlüssel zu einem Hyperscaler herzugeben.

Zweiter Baustein sind modulare Rechenzentren. Statt Neubauten über Monate oder Jahre hochzuziehen, sollen vorkonfigurierte Einheiten neue Kapazität schneller ans Netz bringen. Für Nebius ist das kein Nebensatz, sondern die Antwort auf die Frage, an der das gesamte Geschäftsmodell hängt.

Nebius (WKN: A1JGSL)

Palantir: Was der Deal bringt

Für Palantir ist die Partnerschaft kein Kapazitätsthema, sondern eine Lücke im eigenen Angebot, die jetzt geschlossen wird. Das Geschäft läuft ohnehin: Im Q2 stieg der Umsatz um 93 Prozent auf 1,94 Milliarden Dollar, von jedem eingenommenen Dollar blieben 47 Cent als operativer Gewinn hängen. Getrieben wird das längst nicht mehr nur von Behörden, sondern vom US-Geschäft mit normalen Unternehmen, das sich binnen eines Jahres mehr als verdoppelt hat. Und genau diese Kunden hatten bisher ein Problem: Sie kaufen bei Palantir Kontrolle über ihre Daten, mussten die Rechenleistung dafür aber anderswo einkaufen. Das übernimmt künftig Nebius. 

Für Nebius ist das ein guter Tag. Nach Nvidia, Microsoft und Meta ist Palantir der vierte große Name, der sich anschließt – und er öffnet eine Tür, die bisher zu war: Unternehmen, die aus rechtlichen Gründen keinen der großen Cloudanbieter nutzen dürfen. Der Kundenkreis wird also nicht nur größer, sondern auch anders. 

Alfred Maydorn berichtete schon am 26.08.26 über Nebius. Was er damals sagte, können Sie hier nochmal hören, den maydornreport finden Sie hier

Aktien, Märkte, Analysen – klar, konkret und kontrovers. Alfred Maydorn hält Sie immer Dienstag bis Freitag mit seinem Newsletter auf dem Laufenden, wenn es um Trend- und Zukunftsaktien geht.
Melden Sie sich jetzt für maydornsmeinung an – kostenlos und unverbindlich.

Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Palantir Technologies, Nebius.

Behandelte Werte

Name Wert Veränderung
Heute in %
Nebius - €
Palantir Technologies - €

Aktuelle Ausgabe

Nicht nur Nvidia: 5 starke Aktien abseits des KI-Hypes

Nr. 37/26 8,90 €
Paypal Sofortkauf Im Shop kaufen Sie erhalten einen Download-Link per E-Mail. Außerdem können Sie gekaufte E-Paper in Ihrem Konto herunterladen.

Buchtipp: KI Genesis: Der Beginn des neuen Zeitalters

In seinem letzten Buch erforscht Politik-Legende Henry Kissinger zusammen mit dem ehemaligen Google-CEO Eric Schmidt und dem früheren Microsoft-Topmanager Craig Mundie die epochalen Herausforderungen und Chancen der Revolution der künstlichen Intelligenz. KI wird uns helfen, enorme Krisen zu bewältigen – vom Klimawandel über geo­poli­tische Konflikte bis hin zur Einkommensungleichheit. Aber sie bedroht auch unser unabhängiges Urteilsvermögen und unsere Handlungsfähigkeit. Dieses Buch zeichnet einen Weg jenseits von blindem Glauben und ungerechtfertigter Angst und skizziert eine wirksame Strategie, um das Zeitalter der KI zu meistern.

KI Genesis: Der Beginn des neuen Zeitalters

Autoren: Kissinger, Henry Schmidt, Eric Mundie, Craig
Seitenanzahl: 240
Erscheinungstermin: 26.06.2025
Format: Klappenbroschur
ISBN: 978-3-68932-008-9

Preis: 27,90 €