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Gaspreise im Fokus – Putin droht

Gaspreise im Fokus – Putin droht
Foto: REUTERS/Maxim Shemetov

Am gestrigen Mittwoch hat ein Social-Media-Post von US-Präsident Donald Trump für eine leichte Entspannung bei den Energiepreisen gesorgt. Doch nur wenige Stunden später trat Russlands Staatsoberhaupt Wladimir Putin an die Öffentlichkeit und drohte mit einer Maßnahme, die für weiter steigende Kurse bei europäischem Gas (TTF) sorgen würde.

In einem Interview am 4. März 2026 deutete Putin an, dass Russland die Lieferungen an die EU unverzüglich stoppen könnte, anstatt den von der EU beschlossenen Ausstiegspfad bis Ende 2027 abzuwarten. Er begründete den möglichen Schritt damit, dass andere Märkte in Asien profitabler seien und es für Russland besser wäre, wenn man die Präsenz dort ausbaut.

Europa ist zwar mittlerweile deutlich unabhängiger von russischem Gas und importiert nur noch rund 35 bis 40 Milliarden Kubikmeter pro Tag, was in etwa 0,45 Prozent der Füllmenge der deutschen Erdgasspeicher entspricht. Dennoch würde der Markt aller Voraussicht nach sehr sensibel auf ein vollständiges Aussetzen russischer Lieferungen reagieren.

Der Grund dafür liegt vor allem in der Funktionsweise der Preisbildung an den Handelsplätzen sowie in der globalen Vernetzung des Energiemarktes. An wird der Gaspreis nach dem Prinzip der Grenzkosten bestimmt. Das heißt, der Preis orientiert sich am teuersten Angebot, das noch benötigt wird, um die Nachfrage zu decken. Fällt das relativ günstige Pipelinegas aus Russland weg, muss die Versorgungslücke durch kurzfristig beschafftes LNG vom Spotmarkt geschlossen werden. Da Europa dabei direkt mit asiatischen Abnehmern wie China oder Japan konkurriert, müssen europäische Käufer oft höhere Preise bieten, um LNG-Tanker umzuleiten. Dieser höhere Weltmarktpreis bestimmt anschließend das Preisniveau für den gesamten europäischen Gasmarkt.

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Europäischer Gaspreis TTF Tageschart
Quelle: tradingview.com
Europäischer Gaspreis TTF Tageschart

Hinzu kommen die historisch niedrigen Speicherstände. Im schlimmsten Fall sorgt die Kombination aus niedrigerem Angebot und einem russischen Lieferstopp die Sorge aus, dass die Vorräte im nächsten oder übernächsten Winter nicht ausreichend aufgefüllt werden können. Ein sprungartiger Anstieg, wie bereits 2022 erlebt, ist deshalb möglich.

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