Der dänische Biopharma-Riese hat mit den Zahlen zum zweiten Quartal zwar die Prognosen für den Umsatz und den operativen Gewinn erhöht. Im Detail sorgte Novo Nordisk allerdings erneut für eine Enttäuschung unter den Anlegern. Auch bei den Analysten, die sich regelmäßig mit dem Blue Chip beschäftigen, kehrte Ernüchterung ein.
„Die Anhebung der Prognose durch Novo Nordisk war weitgehend erwartet worden, doch das Ausmaß könnte durchaus enttäuschen, da der Mittelwert lediglich einen Anstieg der Konsens-Umsatzprognose für 2026 um 150 Basispunkte impliziert, während das operative Ergebnis bestenfalls den Erwartungen entspricht“, so Michael Shah von Bloomberg Intelligence in einer Ersteinschätzung.
Jefferies bezeichnete die Ergebnisse des zweiten Quartals als „chaotisch“, wies jedoch auch darauf hin, dass sie im Kern die Erwartungen übertroffen hätten.
Die Analysten von Intron Health sehen sich indes in ihrer kritischen Einschätzung bestätigt. „Die Befürchtungen von Intron hinsichtlich des ausbleibenden Wachstums auf dem Markt für Adipositas-Medikamente scheinen sich für Novo in diesem Quartal bewahrheitet zu haben“, so Analyst Naresh Chouhan. Der Pharma-Experte sehe nicht, "warum Novo mehr als das 10-Fache des Gewinns je Aktie für 2027 wert sein sollte“.
Zur Einordnung: Derzeit erwartet der Markt ein Ergebnis pro Aktie von 21,27 Dänische Kronen (2,85 Euro) im kommenden Jahr. Daraus resultiert derzeit ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 14.
Viele Analysten monierten im Anschluss an die Zahlen die enttäuschenden Wegovy-Umsätze. Novo Nordisk hatte hier die Schätzung mit Ach und Krach getroffen. Angesichts der starken Nachfrage nach der Pille in den USA rechneten viele Marktteilnehmer jedoch mit einem Abschneiden über der Markterwartung.
Eli Lilly gibt im aufstrebenden Adipositas-Markt inzwischen klar den Ton an und Novo Nordisk hat die einst führende Position leichtfertig aus der Hand gegeben. DER AKTIONÄR geht allerdings weiterhin davon aus, dass die Dänen den Turnaround schaffen werden und der Markt mittel- bis langfristig wieder bereit ist, dem Unternehmen höhere Multiples zuzugestehen. Investierte Anleger bringen weiter Geduld mit.
Hinweis auf Interessenkonflikte:
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Novo Nordisk.
Der Autor hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Novo Nordisk.
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