Die SZ bezeichnete ihn bereits als "Elon Musk der Pharmaindustrie": Alex Zhavoronkov. Der gebürtige Lette will mit Insilico Medicine, die seit Ende vergangenen Jahres börsennotiert ist, mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) die Forschung und Entwicklung von Wirkstoffen völlig neu definieren. DER AKTIONÄR hat den CEO zu den jüngsten Erfolgen und Meilensteinen interviewt.
DER AKTIONÄR: Herr Zhavoronkov, was unterscheidet Insilico Medicine von anderen KI-Biotech-Unternehmen?
Alex Zhavoronkov: Was Insilico wirklich unterscheidet, ist unsere durchgängige KI-gestützte Plattform zur Wirkstoffforschung. Von der Zielidentifikation bis zur Molekülentwicklung und klinischen Entwicklung haben wir ein vollständig integriertes System aufgebaut, das auf Deep Learning und Automatisierung basiert.
Wir entwickeln KI, die von Biomarkern bis hin zu Lebensmodellen skaliert und es uns ermöglicht, krankheitsübergreifende Ziele statt einzelner Anwendungen zu identifizieren. Außerdem kombinieren wir Plattform und Pipeline – das heißt, wir unterstützen nicht nur andere, sondern bringen auch eigene Wirkstoffe in klinische Phasen voran, darunter eines der ersten vollständig KI-generierten Medikamente in Phase 2.
Sie sind letztes Jahr an die Börse gegangen. Wofür werden die Mittel verwendet?
Nach unserem Börsengang wird das Kapital genutzt, um sowohl unsere eigene Pipeline als auch unsere KI-Infrastruktur auszubauen. Dazu gehört, mehr intern entwickelte Programme in klinische Studien zu bringen, unsere Pharma.AI-Plattform und Automatisierungsfähigkeiten zu skalieren sowie unsere globalen F&E-Aktivitäten auszubauen. Insgesamt haben wir knapp 300 Millionen US-Dollar eingesammelt, um die klinische Entwicklung und die Skalierung der Plattform zu unterstützen.
Heute, 09:01