Der Pharma-Riese bekommt die Generika- respektive Biosimilar-Konkurrenz nach dem Auslauf wichtiger Patente bei Blockbustern mit voller Breitseite zu spüren. Mit den Zahlen zum ersten Quartal enttäuschen die Schweizer die Marktteilnehmer. Im frühen Handel verliert der Blue Chip rund vier Prozent an Wert.
Die wachstumsstarken neuen Produkte konnten Einbußen wie beim Blockbuster Entresto nicht kompensieren. Im ersten Quartal gingen im Vergleich zum Vorjahresquartal die Erlöse zu konstanten Wechselkursen um fünf Prozent auf 13,1 Milliarden Dollar zurück. Unter dem Strich verdiente Novartis 1,65 Dollar nach 1,83 Dollar im Q1 2025.
Trotz des Umsatz- und Ergebnisrückgangs im Auftaktquartal des neuen Geschäftsjahres bestätigen die Schweizer die zuvor aufgestellte Jahresprognose. Die Nettoerlöse sollen im niedrigen einstelligen Prozentbereich zulegen. Der operative Kerngewinn soll im niedrigen einstelligen Prozentbereich zurückgehen.
Die von der Generika-Konkurrenz betroffenen Produkte belasten den Pharma-Riesen. Das Plus von 34 Prozent bei den "Wachstumstreibern" reichte hier nicht aus, um die Einnahmen stabil zu halten.
Unter den Einzelprodukten ragte einmal mehr Pluvicto heraus. Das radiopharmazeutische Medikament steuerte ein Absatzplus von 70 Prozent auf 642 Millionen Dollar bei. Novartis sicherte sich den Zugriff auf den Blockbuster durch die Übernahme von Endocyte im Jahr 2018 für gerade einmal 2,1 Milliarden Dollar. Die Schweizer werden in diesem Jahr mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit einen Jahresumsatz mit Pluvicto erzielen, der über dem Kaufpreis liegt. Ergo: Die Akquisition hat sich inzwischen mehr als ausgezahlt.
Auch das Leukämie-Mittel Scemblix wuchs kräftig um 79 Prozent auf 433 Millionen Dollar. Hier könnte mittel- bis langfristig in Form von Terns Pharmaceuticals' Blockbuster-Kandidaten TERN-701 starke Konkurrenz hinzukommen. Merck & Co befindet sich derzeit im Übernahmeprozess des Onkologie-Spezialisten (DER AKTIONÄR berichtete).
Novartis hat sich im ersten Quartal nicht gerade mit Ruhm bekleckert, Anleger strafen die Aktie mit einem deutlichen Minus ab. Zudem sendet der Dividenden-Titel mit dem Rutsch unter eine breite horizontale Unterstützung ein Verkaufssignal. Investierte Anleger bleiben mit einem Stopp bei 99 Euro investiert. Übrigens: Novartis ist Teil des AKTIONÄR Schweiz Index. Weitere Informationen zum hochinteressanten Aktienbarometer und handelbare Produkte finden Sie hier.
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Heute, 08:33