BioNTech steht vor einem tiefgreifenden Umbau: Bis Ende September soll feststehen, wie es mit mehreren Produktionsstätten in Deutschland und Singapur weitergeht. Auf dem Prüfstand stehen die Werke in Idar-Oberstein, Marburg und Singapur sowie Standorte der Tochter CureVac im In- und Ausland – geprüft werden dabei auch mögliche Verkäufe. Bis zu 1.860 Arbeitsplätze könnten von den Plänen betroffen sein.
Hintergrund der Sparmaßnahmen sind schwache Auslastung, deutliche Überkapazitäten und der Wunsch, Kosten zu senken. Zudem verschiebt der Mainzer Konzern seinen strategischen Fokus zunehmend auf die Krebsforschung. Der einstige Umsatztreiber Corona-Impfstoff, mit dem BioNTech während der Pandemie zum Weltkonzern aufstieg, verliert rapide an Bedeutung – künftig soll vor allem die Onkologie im Zentrum der Produktentwicklung stehen.
Auch personell zieht BioNTech Konsequenzen aus der veränderten Marktlage: Die Peptid-Spezialistin JPT Peptide Technologies GmbH, laut Unternehmensangaben international einer der führenden Anbieter peptidbasierter Forschungsdienstleistungen, wird abgestoßen. Neuer Eigentümer wird die Münchner Dubag Group, die sämtliche rund 130 Beschäftigten übernimmt.
Weltweit zählt BioNTech aktuell rund 8.000 Mitarbeiter. Für zusätzliche Unruhe an der Konzernspitze sorgt der Abschied von Mitgründer Ugur Sahin: Spätestens im Februar 2027 übernimmt Guido Oelkers den Chefposten. Wie dringend der Kurswechsel nötig ist, zeigen die Zahlen: Wegen der eingebrochenen Nachfrage nach Covid-Impfstoffen verbuchte BioNTech im ersten Halbjahr 2026 einen Verlust von 1,35 Milliarden Euro.
Nach einem bislang schwachen Jahreslauf hat sich zuletzt die Aktie von BioNTech wieder zurückgemeldet. Allerdings sorgten nicht eigene gute News für Unterstützung, sondern ausgerechnet vom US-Konkurrenten Moderna. BioNTech selbst muss nun seinerseits erst einmal liefern. DER AKTIONÄR favorisiert im Sektor deswegen weiterhin Moderna und setzt auch im AKTIONÄR-Depot weiter auf den Titel.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: BioNTech, Moderna.
Aktien von Moderna befinden sich in einem Real-Depot der Börsenmedien AG.
Die Autorin hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: BioNTech.
Heute, 12:39
Bei Google bevorzugen