Im vergangenen Jahr hat Biogen mit seinem japanischen Partner Eisai das Alzheimer-Medikament Leqembi (Lecanemab) auch in Deutschland auf den Markt gebracht. Doch es herrschen Zweifel an der Wirksamkeit des Medikaments, welches seinen Ursprung bei der schwedischen BioArctic hat. Erneut gibt es Bedenken.
Für den Alzheimer-Wirkstoff Lecanemab gibt es nach Ansicht eines entscheidenden Expertengremiums keinen belegten Zusatznutzen im Vergleich zu älteren Behandlungsansätzen. Der erste Wirkstoff in Deutschland, der sich direkt gegen die Eiweißablagerungen im Gehirn wende, habe bei Symptomatik oder Lebensqualität nicht besser abgeschnitten als Behandlungen, die nur auf Symptome zielten, schreibt der Gemeinsame Bundesausschuss von Ärzten, Krankenkassen und Kliniken (G-BA). Lecanemab kann trotz dieses Beschlusses zunächst weiter verordnet werden, langfristig ist das jedoch fraglich.
Die G-BA-Bewertung hat einen großen Einfluss auf die Verhandlungen über den Preis, den gesetzliche Krankenkassen künftig für Lecanemab zahlen. Einigen sie sich nicht, könnte der Hersteller das Mittel vom deutschen Markt zurückziehen.
"Kein Zusatznutzen bedeutet nicht, dass der Wirkstoff nutzlos ist", betont der G-BA-Vorsitzende Josef Hecken. Es gehe dabei darum, ob der Wirkstoff Vorteile im Vergleich zu bislang in Deutschland angewendeten Behandlungen habe. Neue Daten des Herstellers könnten künftig möglicherweise einen solchen Zusatznutzen noch belegen.
Lecanemab ist unter dem Handelsnamen Leqembi seit dem 1. September 2025 in Deutschland auf dem Markt. Es kann den Krankheitsverlauf in der Frühphase um einige Monate verzögern, um eine Heilung geht es dabei aber nicht.
Während in Deutschland Debatten über die Wirksamkeit des Alzheimer-Mittels geführt werden, wird das Medikament immer besser von anderen Märkten angenommen. Biogen wies im vierten Quartal ein Plus bei den Leqembi-Verkäufen von 54 Prozent auf 134 Millionen Dollar aus. Die schwedische BioArctic profitiert indes von Tantiemen auf die Verkaufserlöse (DER AKTIONÄR berichtete).
Anleger sollten die jüngsten Entwicklungen in Deutschland im Hinblick auf Leqembi nicht überbewerten. Die Zahlen von Biogen und BioArctic haben zuletzt gezeigt, dass der Trend in die richtige Richtung zeigt. Gleiches gilt für die Aktien der Unternehmen: Bei Biogen nimmt das Comeback weiter Formen an, das Papier von BioArctic markierte in dieser Woche sogar ein neues Mehrjahreshoch.
Enthält Material von dpa-AFX
Heute, 10:25