Nach erfreulichen Zahlen zum zweiten Quartal und zahlreichen positiven Analystenkommentaren verlagert sich der Fokus bei Bayer wieder auf die Glyphosat-Rechtsstreitigkeiten. Eine für den August ursprünglich angesetzte Vergleichsanhörung wollen die Leverkusener mit den Anwälten der Klägerseite hingegen nun verschieben.
Demnach hätten beide Seiten beim dafür zuständigen Gericht im US-Bundesstaat Missouri beantragt, die Anhörung zur finalen Genehmigung des geplanten Sammelvergleichs auf den 10. September oder gar später zu verlegen.
Durch die Verschiebung hätten die Parteien und der Verwalter des Programms mehr Zeit, Widerrufsanträge zu sogenannten Opt-outs zu bearbeiten, die nach der Entscheidung des Supreme Court eingegangen sind. Auch die Frage der Gültigkeit einiger Opt-outs könne so vorab geklärt werden.
Im Rahmen dieses Vergleichs – sollte er genehmigt werden – wird Bayer bis zu 21 Jahre lang abnehmende, gedeckelte jährliche Zahlungen in Höhe von insgesamt bis zu 7,25 Milliarden Dollar leisten. Mit dem Schritt will Bayer das Thema Glyphosat-Klagen weitgehend vom Tisch bekommen. Damit der Vergleichsplan aber überhaupt greift, muss ein Großteil der Kläger zustimmen, im Grunde fast alle, wie Unternehmenschef Bill Anderson im Februar bei der Vorstellung des Plans betont hatte. Eine Nicht-Zustimmung ist ein sogenannter Opt-out.
Bayer hat sich die Glyphosat-Rechtsstreitigkeiten durch die Übernahme von Monsanto vor rund zehn Jahren eingekauft. Seit vielen Jahren ist die Problematik ein enormer Belastungsfaktor für das Unternehmen respektive die Bilanz.
Die Verzögerung der finalen Anhörung in den USA ist von beiden Seiten gewollt und hat zunächst keinen Einfluss auf die Bayer-Aktie. Dennoch sind im Kurs inzwischen viele Vorschusslorbeeren eingepreist, Anleger machen weiter einen Bogen um den DAX-Wert.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Bayer.
Enthält Material von dpa-AFX
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