Tesla hat soeben die Ergebnisse zum ersten Quartal 2026 veröffentlicht: Umsatz und Gewinn fielen höher aus als befürchtet. Die Aktie gewinnt nachbörslich in einer ersten Reaktion drei Prozent.
Der Gesamtumsatz von Tesla stieg im Q1 um 16 Prozent auf 22,4 Milliarden Dollar und lag damit leicht über den von Analysten erwarteten 22,2 Milliarden Dollar. Deutlich stärker fiel die Überraschung auf der Ergebnisseite aus: 788 Millionen Dollar operativer Gewinn war von den bei Bloomberg gelisteten Analysten angepeilt. Tatsächlich konnte Tesla im ersten Quartal ein EBIT in Höhe von 941 Millionen Dollar einfahren. Auch der bereinigte Gewinn je Aktie lag mit 41 Cent rund 20 Prozent über der Konsensprognose.
Besonders positiv: Nachdem Tesla in den vergangenen Quartalen massiv unter Preisdruck und Margenerosion gelitten hat, verbesserte sich die Profitabilität nun deutlich. So kletterte die Bruttomarge um fast fünf Prozentpunkte auf 21,1 Prozent. Die operative Marge erhöhte sich im Jahresvergleich von 2,1 auf 4,2 Prozent. Damit steht der Konzern im Branchenvergleich solide da.
Der operative Cashflow fiel mit 3,94 Milliarden Dollar ebenfalls höher aus als im Vorjahresquartal. Der freie Cashflow hat sich sogar mehr als verdoppelt – auf 1,44 Milliarden Dollar. Das gibt Spielraum für neue Investitionen in Zukunftstechnologien.
Voller Fokus auf KI und Robotik
Tesla distanziert sich mit dem jüngsten Quartalsbericht weiter von seinen Wurzeln. Der Autobauer sieht sich mittlerweile klar als KI- und Robotik-Firma: "Wir haben im ersten Quartal bedeutende Fortschritte beim Aufbau der Infrastruktur und der KI-Software erzielt, worauf unsere Robotaxi-Geschäfte aufbauen", heißt es im Bericht. Für 2026 sieht sich Tesla gut positioniert: Es gebe neuen Rückenwind im Automobilgeschäft und auch die Entwicklung von Full-Self-Driving-Technologien (FSD) schreite voran.
Mit dem Roboterprojekt Optimus bewege man sich zudem in Richtung Massenproduktion. Das zweite Quartal steht bei Tesla ganz im Zeichen der Vorbereitungen für die erste große Optimus-Fabrik: Die erste Produktionslinie in Fremont ersetzt die Produktion des Model S und Model X und ist auf rund eine Million Roboter pro Jahr ausgelegt. Parallel dazu wird die Gigafactory Texas fit gemacht, um dort langfristig bis zu zehn Millionen Roboter pro Jahr produzieren zu können.
Für zusätzliche Impulse dürfte die in rund einer Stunde beginnende Analysten- und Investorenkonferenz sorgen. Dort wird CEO Elon Musk die Zahlen einordnen und sich den Fragen zum konkreten Zeitplan rund um FSD, Robotaxis und das Optimus-Projekt stellen.
Trotz solider Quartalszahlen bleibt es dabei: Die Diskrepanz zwischen operativer Realität und Börsenbewertung bei Tesla ist riesig. Das für 2026 erwartete KGV liegt bei 205 – Tesla wird damit längst nicht mehr als klassischer Autobauer bewertet. Stattdessen fließt hier jede Menge Zukunftsfantasie einer treuen Elon-Musk-Anhängerschaft mit ein, die auf den großen Durchbruch bei Robotik und autonomem Fahren setzt. Viele der ambitionierten Ankündigungen bleiben bislang allerdings den Beweis schuldig. DER AKTIONÄR rät daher aktuell von einem Einstieg ab.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Tesla.
Heute, 22:20