08.04.2020 Marion Schlegel

Lufthansa verliert jede Stunde eine Million – die Folgen

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Deutsche Lufthansa

Die Lufthansa verhandelt wegen der Corona-Krise über Staatshilfe – nun ist klar, wie viel Geld die stark gesunkenen Fluggastzahlen wegen der Pandemie den Konzern kosten. "In Summe verlieren wir daher jede Stunde eine Million Euro unserer Liquiditätsreserve – Tag und Nacht, Woche für Woche und wohl auch noch Monat für Monat", sagte Lufthansa-Chef Carsten Spohr in einer Videobotschaft an die Mitarbeiter vom Mittwoch, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Die Airline befördert statt täglich 350.000 Fluggästen derzeit weniger als 3.000.

Die Pandemie bedeute für den Konzern "die größte Herausforderung unserer Geschichte", sagte Spohr. Lufthansa befinde sich "im Kampf" um ihre künftige Aufstellung.

Die Lufthansa könne zwar der Krise mit finanziellen Reserven von mehr als vier Milliarden Euro gegenübertreten, allerdings verzeichne der Konzern nur noch einen "Bruchteil der Einnahmen". Deshalb sei absehbar, dass das Unternehmen die Krise nur mit staatlicher Unterstützung überstehen werde. Spohr zeigte sich aber optimistisch, dass die Gespräche positiv enden werden.

Deutsche Lufthansa (WKN: 823212)

Von den Maßnahmen, mit denen das Unternehmen seine Kosten senken will, sind laut Spohr 7.000 Mitarbeiter betroffen, davon 1.400 bei der Tochter Germanwings, die den Betrieb einstellt. Es liefen bereits Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern, um so vielen Mitarbeitern wie möglich einen alternativen Job im Konzern anzubieten. Dazu seien aber neue Beschäftigungsmodelle etwa bei Teilzeit unumgänglich. "Hier sind jetzt Solidarität und Flexibilität gefragt", sagte Spohr.

Die Aktie der Lufthansa konnte am Abend bei Tradegate wieder leicht ins Plus drehen. Das Papier arbeitet aber nach wie vor an einer Bodenbildung. Mittel- bis langfristig bleibt DER AKTIONÄR aber ganz klar zuversichtlich. Wegen der aktuellen Unwägbarkeiten durch die Corona-Krise und des Risikos einer größeren Kapitalerhöhung ist der DAX-Titel aber weiterhin ausnahmslos für mutige Anleger geeignet.

Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die durch die durch die Publikation etwaig resultierende Kursentwicklung profitieren: Lufthansa.

(Mit Material von dpa-AFX)