Die Comebacks nach Corona
04.11.2020 Martin Mrowka

Fraport: Das ist enttäuschend

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Fraport

Die Corona-Krise belastet weiterhin den Luftverkehr. Flughafenbetreiber Fraport bleibt nicht ungeschoren und muss magere Quartalszahlen melden. Da auch der Ausblick nicht gerade berauschend ist, fällt die MDAX-Aktie am Mittwoch-Vormittag zeitweise deutlich. Immerhin kann sich der Fraport-Kurs zuletzt aber etwas fangen.

Der Einbruch des Passagierverkehrs in der Corona-Krise und der geplante Stellenabbau haben den Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport im Sommer noch tiefer in die roten Zahlen gerissen als befürchtet. Unter dem Strich stand im dritten Quartal ein Verlust von 304 Millionen Euro nach einem Gewinn von 222 Millionen Euro ein Jahr zuvor.

Damit verfehlte Fraport die durchschnittlichen Erwartungen von Analysten. Allein die Aufwendungen für den geplanten Abbau tausender Arbeitsplätze belasteten das Unternehmen mit 280 Millionen Euro.

Nach einem kurzen Anstieg der Passagierzahlen zu Ferienbeginn ging die Nachfrage zuletzt (September) wieder auf ein Niveau von gerade noch 17 Prozent des Vorjahresmonats zurück. Deutlich besser lief es hingegen bei der Fracht, die im September nur 4,0 Prozent hinter dem Vorjahresmonat blieb.

Fraport-Chef Stefan Schulte zeichnet für das laufende und das kommende Jahr ein düsteres Bild. So werde die Zahl der Fluggäste 2020 am Frankfurter Flughafen mit 18 bis 19 Millionen voraussichtlich mehr als 70 Prozent unter derjenigen aus dem Vorjahr liegen. Für 2021 geht er von nur 35 bis 45 Prozent des Passagieraufkommens von 2019 aus.

Der mehrheitlich öffentlich kontrollierte MDAX-Konzern will seine Belegschaft deutlich um rund 4.000 von 22.000 Stellen reduzieren. Der laufende Bau des dritten Passagier-Terminals wird mindestens auf das Jahr 2025 gestreckt. Von der Verschiebung des Termins für die Inbetriebnahme ist auch der weit fortgeschrittene Flugsteig G betroffen, der vor allem für Billigfluggesellschaften vorgesehen ist. Er sollte eigentlich schon zum Jahresende 2021 zur Verfügung stehen.

Die US-Bank JPMorgan hat die Einstufung für Fraport nach den Zahlen auf "Underweight" mit einem Kursziel von 32 Euro belassen. Das dritte Quartal des Flughafenbetreibers habe insgesamt den Erwartungen entsprochen, schrieb Analystin Elodie Rall in einer Schnelleinschätzung. Die Restrukturierungsaufwendungen seien aber höher als erwartet ausgefallen.

Fraport (WKN: 577330)

Wie bereits das Frühjahr waren auch die Sommermonate von Juli bis einschließlich September bei Fraport geprägt von der Corona-Pandemie und dem kaum noch stattfindenden Flugverkehr. Aufgrund des schwachen Ausblicks bleibt DER AKTIONÄR bei seinem Votum: Ein Investment in die Fraport-Aktie hat keine Eile.

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