Der US-Ölkonzern ExxonMobil glänzt im zweiten Quartal mit einer Rekordförderung in den USA und kann seinen Gewinn mehr als verdoppeln. Weil die Ergebnisse im Raffineriegeschäft die Erwartungen der Analysten jedoch leicht verfehlen, verliert die Aktie zum Handelsauftakt rund zwei Prozent.
Parallel zum Branchenrivalen Chevron, der heute ebenfalls ein starkes Zahlenwerk präsentierte, profitiert ExxonMobil spürbar von der angespannten Lage an den Energiemärkten. Störungen im Roten Meer und der Straße von Hormus hielten die Ölpreise im zweiten Quartal hoch. Der Nettogewinn von ExxonMobil sprang auf 14,5 Milliarden Dollar. Damit konnte der Konzern seinen Überschuss im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (7,1 Milliarden Dollar) mehr als verdoppeln.
Die wichtigsten Kennzahlen im Überblick:
- Gesamtumsatz: 116,02 Milliarden Dollar (Konsens: 97,80 Milliarden Dollar).
- Bereinigter Gewinn je Aktie: 3,52 Dollar (Konsens: 3,54 Dollar).
- Operativer Cashflow: 23,56 Milliarden Dollar (Vorjahr: 8,71 Milliarden Dollar).
- Förderleistung: 4,51 Millionen Barrel Öläquivalent pro Tag.
- Downstream-Ergebnis (Raffinerie): 5,47 Milliarden Dollar (Vorjahr: 1,44 Milliarden Dollar).
Rekordförderung federt schwächere Margen ab
In der Öl- und Gasförderung (Upstream) verzeichnete ExxonMobil die höchste Produktion seit über zwei Jahrzehnten, wenn man die kriegsbedingten Ausfälle im Nahen Osten herausrechnet. Im strategisch wichtigen Permian Basin in den USA erreichte der Konzern mit über 1,8 Millionen Barrel am Tag einen neuen Höchstwert.
Dass der bereinigte Gewinn die Markterwartungen dennoch um zwei Cent verfehlte, lag am Raffineriegeschäft. CEO Darren Woods erklärte, dass unberechenbare Preisschwankungen auf den globalen Märkten die Prognosen für die Sparte erschwerten. Dennoch drehte das Segment "Energy Products" den Verlust von 1,3 Milliarden Dollar aus dem ersten Quartal in einen operativen Gewinn von 5,5 Milliarden Dollar um.
ExxonMobil liefert operativ ab. Die Verfehlung beim Gewinn je Aktie um zwei Cent ist angesichts des deutlichen Umsatzsprungs und der Rekordförderung im Permian Basin zu verschmerzen. Der Konzern lässt die Aktionäre mit Ausschüttungen von 9,4 Milliarden Dollar in nur einem Quartal direkt am Erfolg teilhaben. Mit einer Dividendenrendite von rund 2,6 Prozent bleibt die Aktie ein stabiler Anker im Depot. Die laufende Empfehlung hat Bestand – Anleger bleiben dabei.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: ExxonMobil.
Heute, 16:21
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