25.03.2020 Thorsten Küfner

Dividendenperle BP: Nach 21-prozentigem Kurssprung – wie sollten Anleger jetzt handeln?

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BP

Nachdem die Corona-Hysterie die Weltbörsen seit Wochen schwer belastet hatte, gab es gestern eine kräftige Erholung. Im Zuge dessen konnten auch die zuvor gebeutelten Anteilscheine des Energieriesen BP stark zulegen. Nach einem Plus von 24 Prozent fragen sich die Anleger, ob nun der passende Einstiegszeitpunkt gekommen ist.

Für die Experten des Analysehauses Bernstein Research ist die Antwort klar: Die BP-Aktie ist ihrer Ansicht nach immer noch zu günstig bewertet. Sie sehen den fairen Wert unverändert bei 470 Britischen Pence (umgerechnet 5,03 Euro), was satte 49 Prozent über dem gestrigen Schlusskurs liegt. Dementsprechend stufen die Analysten die Dividendenperle weiterhin mit „Outperform“ ein. Für Analyst Neil Beveridge ist BP nach wie vor der Favorit im Sektor.

Auch für den AKTIONÄR war der heftige Kursrutsch der BP-Papiere überzogen. Der Kurs des britischen Konzerns notiert aktuell immer noch weit unter dem Niveau nach der Deepwater-Horizon-Katastrophe – und damals stand regelrecht die gesamte Existenz des Unternehmens auf dem Spiel.

Andererseits sollten sich Anleger auch vor Augen halten, dass die Ölpreise 2010 weitaus höher notierten als aktuell. Zudem dürfte der Stillstand im Zuge der Corona-Panik auch für deutliche Einbrüche im Raffinerie und Tankstellengeschäft sorgen.

BP (WKN: 850517)

Energiekonzerne haben es derzeit sehr schwer: Sowohl im Fördergeschäft als auch im Raffinerie- und Tankstellenbereich dürften die Erträge in erheblichem Umfang sinken. Mutige Anleger mit einem langen Atem können aber darauf setzen, dass dies bei BP angesichts des kräftigen Kursrückgangs schon eingepreist ist. 

Wer bereits investiert ist, sollte nun den Stoppkurs nachziehen, aktuell bietet sich hierfür die Marke von 2,30 Euro an. Anleger, die noch keine BP-Aktien im Depot haben, sollten nicht in die gestrige Fahnenstange hinein kaufen, sondern zunächst Rücksetzer für einen Einstieg abwarten. Eine mögliche Erholung der Energieaktien dürfte angesichts der vielen Baustellen schließlich keine Einbahnstraße werden.