22.11.2019 Benedikt Kaufmann

Trump: „Apple könne beim 5G-Ausbau helfen“

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Ericsson, Huawei, Nokia und ZTE befinden sich schon mitten im Rennen um die großen Aufträge für einen Ausbau der 5G-Infrastruktur. In Zukunft könnte ein weiterer Player ins Rennen um den neuen Wachstumsmarkt starten – der Name des potentiellen Starters: Apple.

Nach dem gemeinsamen Besuch des US-Präsidenten Donald Trump und des Apple-CEOs Tim Cook in einer Fabrik in Texas, scheinen sich die beiden mächtigen Männer näher zu stehen als je zuvor. Zwar gilt Cook als liberal, doch der Apple-Chef hat auch handfeste wirtschaftliche Interessen.

Deshalb hat er auch die Einladungen von Trump zu verschiedenen Beraterrunden im Weißen Haus und im Trump Tower angenommen. Cook wurde auch zwei Mal zu Abendessen in den Trump-Golfclub eingeladen. Darüber hinaus begleitete er Ivanka Trump auf einer Reise, um Schulen im Bundesstaat Idaho zu besuchen.

Apple-Lobbyarbeit ist  Chefsach

Die Lobbyarbeit des Apple-Chefs scheint sich auszuzahlen. Denn Trump versicherte bereits, dass er prüfe, ob Apple von den China-Zöllen ausgenommen werden kann.

Jetzt sorgte Trump für die zweite Überraschung: Der US-Präsident schrieb nach dem gemeinsamen Fabrik-Besuch auf Twitter, er könne sich vorstellen, dass Apple sich am Aufbau eines 5G-Mobilfunknetzes in den USA beteiligen könne. „Sie verfügen über alles Notwendige - Geld, Technologie, Vision & Cook!“, twitterte Trump.

Der Konzern wollte sich zu den Äußerungen Trumps nicht äußern. Kein Wunder, denn nach der Übernahme von Intels Modem-Sparte für eine Milliarde Dollar arbeitet Apple zwar an 5G-Modems für Mobile-Geräte – jedoch nicht an Hardware für Mobilfunk-Zellen oder Funkzugangsnetzen.

Es wäre jedoch ein Paukenschlag, wenn Apple ankündigen würde in 5G-Infrastruktur zu investieren. Denn der Markt ist hochattraktiv und die USA verfügt über keinen eigenen Big Player, geht aber gleichzeitig gegen die chinesische Konkurrenz von Huawei und ZTE vor. Laut den Marktforschern von TechSci Research soll der Markt in den nächsten fünf Jahren um jeweils 50 Prozent pro Jahr anwachsen.

Ein attraktiver Markt der insbesondere mit politischer Rückendeckung „leicht“ zu bespielen wäre. Aus eigener Kraft die Technologie zu entwickeln, ohne dass die USA in den nächsten Jahren beim 5G-Ausbau zurückfällt, wird jedoch ein schwieriges Unterfangen. Es dürfte daher nur in Verbindung mit einer Übernahme gehen – doch auch hierzu fehlen die geeigneten Kandidaten.

Es bleiben damit andere Treiber, welche die Apple-Aktie weiter steigen lassen müssen. Mit dem schnell wachsenden Services-Geschäft verfügt Apple über diesen Treiber – jetzt heißt es nur noch: Dabeibleiben und Gewinne laufen lassen.

Apple (WKN: 865985)

Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die durch die durch die Publikation etwaig resultierende Kursentwicklung profitieren: Apple.