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10.06.2021 Emil Jusifov

SAP: Schnelle Aufklärung notwendig

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SAP

SAP ist nach wie vor das deutsche Vorzeigeunternehmen und ist eigentlich nicht für interne Streitigkeiten bekannt. Vor kurzem erfuhr jedoch DER AKTIONÄR, dass mehrere langjährige Aufsichtsräte in einem Gerichtsverfahren gegen SAP aussagen wollen, da der Softwareanbieter an das französische Verteidigungsministerium eine fehlerhafte Software geliefert hat, die zum Konkurs mehrerer Zulieferer führte. Heute wurde eine weitere negative News gemeldet.

Das Softwareunternehmen SAP reagiert auf Querelen im Konzernbetriebsrat. Ein Sprecher bestätigte am Donnerstag in Walldorf die Einleitung interner Recherchen. "Wir führen derzeit interne Untersuchungen zu möglichen Unregelmäßigkeiten durch, die im Zusammenhang mit einem Mitglied des Betriebsrats der SAP SE stehen."

Nach Angaben von Türker Baloglu von der IG Metall in Heidelberg wurde der Vorsitzende des SAP-Konzernbetriebsrat in Deutschland von seinem Posten abberufen, weil ihm das Misstrauen ausgesprochen worden war. Da der Betroffene auch Mitglied des Aufsichtsrats ist, erhält das Thema eine gewisse Brisanz. Hintergrund des Misstrauensvotum der Betriebsräte ist den Berichten zufolge ein gerichtlicher Streit um eine mögliche Beeinflussung der SAP-Aufsichtsratswahl im Jahr 2012.

Laut der Rhein-Neckar-Zeitung war der Betriebsrat dabei der Beklagte in einem Zivilverfahren. Die Klage wurde zwar abgewiesen, die Richterin legte in ihrer Begründung aber nahe, dass der jetzt abberufene Konzernbetriebsratschef an unlauteren Absprachen beteiligt gewesen sei. Der Kläger, ein ehemaliger SAP-Mitarbeiter, hatte von ihm die Zahlung von rund 500 000 Euro gefordert - als Gegenleistung dafür, dass er bei der damaligen Wahl von Arbeitnehmervertretern zum Aufsichtsrat bei den Delegierten für ihn geworben habe.

Die Staatsanwaltschaft habe die Zivilakte des Landgerichts geprüft, teilte ein Behördensprecher mit. Zu welchem Ergebnis sie kam, wollte er zunächst nicht mitteilen. Im Konzernbetriebsrat hat laut "Stuttgarter Zeitung" unterdessen der bisherige Vize den Vorsitz kommissarisch übernommen.

SAP (WKN: 716460)

SAP ist gerade dabei, sein operatives Geschäft voll auf die Cloud zu trimmen und muss viel Überzeugungsarbeit bei seinen Kunden und Investoren für die Strategie des Managements leisten. In diesem Kontext sollten jegliche internen Querelen im Betriebsrat und Management so schnell wie möglich geklärt und abgeschlossen werden. Anleger bleiben investiert.

(Mit Material von dpa-AFX)

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