Nvidia liefert Oracle offenbar nicht nur Chips, sondern steht auch für dessen Rechenzentren gerade: Nach Recherchen von TD Cowen gibt der Konzern Kreditgarantien oder mietet Kapazität selbst an und vermietet sie an Oracle weiter. Bestätigt ist das noch nicht, aber es ergibt Sinn.
Nvidia-Aktie: Warum der Chipkonzern zur Bank wird
Oracle baut Rechenzentren im Rekordtempo, der Kreditmarkt zweifelt. S&P stufte die Bonität im Juli auf BBB- herab, dazu kommen 288 Milliarden Dollar Mietverpflichtungen, die noch nicht in der Bilanz stehen. Steht Nvidia hinter den Verträgen, bekommen Vermieter und Banken einen Schuldner mit erstklassiger Bilanz. Das Geld fließt am Ende in Server – und damit zu einem großen Teil in Nvidia-Chips.
Neu ist das Muster nicht. Im August kündigte Nvidia Finanzierungsplattformen mit Apollo, BlackRock, Blackstone, Brookfield, Goldman Sachs und KKR an, die über 500 Milliarden Dollar fremdes Kapital für KI-Infrastruktur bewegen sollen. Das Geschäft dahinter läuft: Im zweiten Quartal (bis Ende Juli) stieg der Umsatz um 106 Prozent auf den Rekordwert von 96,2 Milliarden Dollar, davon 89,0 Milliarden aus Rechenzentren. Für das laufende Quartal peilt Nvidia 108 Milliarden an.
Die Gegenseite: Wer bürgt, holt sich das Kreditrisiko seiner Kunden ins Haus. Fällt ein Abnehmer aus, trifft es Nvidia doppelt – beim Umsatz und bei der Garantie. Wie heikel das Thema ist, zeigte der 15. Oktober: Jensen Huang sagte, CoreWeave brauche keine Absicherung, am selben Tag stiegen deren Kreditausfall-Prämien auf ein Rekordhoch.
Die Nvidia-Aktie schloss gestern bei 216,47 Dollar. Erster Widerstand ist die 50-Tage-Linie bei 222,92 Dollar, der Kurs liegt 2,89 Prozent darunter. Darüber folgen die 20-Tage-Linie bei 227,04 Dollar und das 52-Wochen-Hoch bei 243,37 Dollar, 11,05 Prozent entfernt. Unterstützung bietet die steigende Trendlinie seit April um 209 Dollar, darunter die 200-Tage-Linie bei 203,26 Dollar, der Kurs liegt 6,50 Prozent darüber. Fällt die Aktie unter diese Linie, wäre der Aufwärtstrend seit dem Frühjahr gebrochen.
Den nächsten Härtetest liefern die Zahlen zum dritten Quartal im November.
Nvidia als Bank seiner Kunden – das zeigt, wie weit der Ausbau der Rechenzentren inzwischen reicht. Der Hot Stock Report setzt seit zehn Jahren darauf, früh in Megatrends zu investieren, bevor sich die Aktien vervielfachen und die breite Masse aufspringt. Nvidia liegt seit dem Kauf für das Depot 2030 im Jahr 2022 mehr als 1.200 Prozent im Plus. Mehr erfahren Sie hier.
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Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Nvidia.
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