Die Papiere des Labordienstleisters und Diagnostikkonzerns Qiagen haben am Dienstagabend von neuen Übernahmespekulationen profitiert. Auslöser war ein Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg, wonach der schwedische Finanzinvestor EQT in fortgeschrittenen Verhandlungen über ein Gebot steht. Als möglicher Preis für die in New York notierte Stammaktie nannte der Artikel 50 Dollar, umgerechnet rund 44,50 Euro.
Der Kurs reagierte rasch: Im Xetra-Handel stieg das Papier um fast vier Prozent auf 42,38 Euro, nachbörslich bei Tradegate waren es bis zu rund dreieinhalb Prozent mehr auf 44,32 Euro. Damit markierte die Aktie den höchsten Stand seit Mitte Februar.
Laut Bloomberg berät die Konzernspitze noch in dieser Woche über das Interesse aus Schweden. Auch der US-Finanzinvestor KKR soll ein Auge auf Qiagen geworfen haben. Die Beteiligten wollten die Spekulationen nicht kommentieren.
In der Vergangenheit gab es bei Qiagen schon öfter Übernahmebestrebungen. Im Januar beispielsweise war der Kurs schon auf fast 48 Euro geklettert, bevor sich die Hoffnungen auf ein Gebot zerschlugen und das Papier im Sommer bis auf knapp 27,50 Euro zurückfiel. Anfang des Jahrzehnts war auch Thermo Fisher mit einem Angebot über 43 Euro je Aktie gescheitert, weil Widerstand einiger Investoren die Mindestannahmeschwelle von 75 Prozent verhinderte.
Qiagen hat keinen Großaktionär, die Anteile sind breit gestreut. Der Konzern lotet seit dem Frühjahr mit Banken als Beratern strategische Optionen aus. Mit Jonathan Pratt, der seit dem 1. September an der Konzernspitze steht und zuvor die Filtration Group führte, hat Qiagen aber nun eine Führungskraft gewonnen, die Erfahrung mit Übernahmethemen mitbringt.
Die Qiagen-Aktie hat sich im Zuge der jüngsten Entwicklungen an den möglichen Übernahmepreis von 50 Dollar angenähert. Es bleibt spannend, ob es diesmal zur Übernahme kommt und ob es möglicherweise noch weitere Gebote gibt. Der Aufschlag auf den aktuellen Kurs wäre aber wohl überschaubar.
Heute, 07:41
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