Die Siemens-Energy-Aktie verlor am Dienstag 2,1 Prozent auf 130,32 Euro, seit dem 6. Oktober sind es 11,6 Prozent. Auslöser war eine Barclays-Studie, die den Ausrüstern von KI-Rechenzentren die Preismacht abspricht. In der Nacht folgte die Gegenmeldung: Super Micro hebt die Umsatzprognose um rund vier Milliarden Dollar.
Siemens-Energy-Aktie: Was steckt hinter der Barclays-Warnung?
Barclays-Analyst George Featherstone verweist auf Berichte, wonach Anthropic beim Cloud-Anbieter Nscale ein zweites Rechenzentrumsgebäude mieten will. Laut Bloomberg geht es erneut um rund 45 Milliarden Dollar für 460 Megawatt, also um denselben Preis wie beim ersten Vertrag im August. Für Featherstone ein Hinweis, dass die Zulieferer Preise und Margen nicht beliebig anheben können. Neben Siemens Energy nennt er Siemens ausdrücklich, die Siemens-Aktie fiel am Dienstag um 2,2 Prozent.
Nicht alle Analysten teilen die Skepsis. JPMorgan-Analyst Phil Buller bestätigte am Montag sein „Overweight“ und bevorzugt im Investitionsgütersektor die europäischen Anbieter gegenüber den US-Konkurrenten. Von 33 Analysten, die den DAX-Titel regelmäßig beobachten, raten 25 zum Kauf, fünf sind neutral, drei raten zum Verkauf (siehe Artikel unten).
Super Micro erwartet für das Quartal bis Ende September nun 18,5 bis 19,5 Milliarden Dollar Umsatz statt 14,5 bis 15,5 Milliarden. Ob das die Barclays-These widerlegt, ist offen: Mehr verkaufte Server bedeuten nicht automatisch höhere Preise für Turbinen und Netztechnik. Für Siemens Energy spricht der Auftragsbestand von 162 Milliarden Euro, dessen Preise großteils vertraglich stehen.
Die Aktie schloss gestern bei 130,32 Euro und damit unter den September-Tiefs bei gut 131 Euro. Den nächsten Widerstand bildet die Zone um 135 bis 136 Euro. Unterstützung bietet das Tagestief vom 15. Oktober bei 124,46 Euro. Dort testete die Aktie das Ausbruchsniveau vom Januar 2026 um 125 Euro, von dem aus sie bis April auf rund 190 Euro gestiegen war. Rutscht die Aktie unter 124,46 Euro, stünde der gesamte Anstieg seit Januar infrage. Es zählen also zwei Chartmarken: der Bereich um 135 Euro nach oben und das Tief bei 124,46 Euro nach unten.
Warum der Super-Micro-Rekord die Barclays-Zweifel nicht ausräumt und welche Termine bis zu den Siemens-Energy-Zahlen am 11. November zählen, wird Ihnen DER AKTIONÄR berichten.
Siemens Energy bleibt mittel- bis langfristig auf der Empfehlungsliste.
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