Infineon thronte mit einem Plus von 6,4 Prozent am Donnerstag zum Handelsschluss an der DAX-Spitze. Die Aktie legt um 6,4 Prozent profitiert von mehreren Impulsen. So hat der Konzern zwei weitere Patentverletzungsverfahren gegen Innoscience gewonnen. Zudem stützte die insgesamt freundliche Stimmung im Halbleitersektor.
Das Wichtigste kurz und knapp
• Infineon war heute mit +6,4 Prozent der stärkste Wert im DAX.
• Das Unternehmen hat vor dem Landgericht München I zwei weitere Patentverfahren gegen Innoscience gewonnen.
• Zusätzlichen Rückenwind liefern positive Signale für den Halbleitersektor und neue US-Fantasie rund um Intel.
Infineon hat vor dem Landgericht München I ein Verfahren um die unerlaubte Nutzung patentierter Galliumnitrid-Technologien gewonnen. Konkret habe das Gericht eine Verletzung eines Patents sowie eines Gebrauchsmusters festgestellt.
Innoscience wurde demnach untersagt, entsprechende Produkte in Deutschland herzustellen, zu verkaufen oder zu vermarkten. Zudem müsse das Unternehmen Schadenersatz an Infineon leisten. Angaben zur Höhe machte der Konzern zunächst nicht.
Brisant: Erst vor wenigen Tagen hatte Innoscience erklärt, im Patentstreit vor Chinas Oberstem Gerichtshof einen Erfolg gegen Infineon erzielt zu haben. Nach Auffassung des Unternehmens sei der Rechtsstreit in China damit beendet. Infineon widersprach dieser Darstellung jedoch und verwies nun auf die aktuellen Entscheidungen aus München.
Nach Angaben des DAX-Konzerns handelt es sich bereits um die dritte und vierte juristische Niederlage von Innoscience in einer Reihe von Verfahren. Auch Gerichte und Behörden in den USA und in Deutschland hätten demnach mehrfach Verstöße gegen geistige Eigentumsrechte von Infineon festgestellt.
Zusätzlichen Rückenwind erhält der gesamte Halbleitersektor am Donnerstag durch positive Branchennachrichten. So hob der niederländische Chipindustrie-Zulieferer BE Semiconductor seine langfristigen Ziele für Umsatz und Profitabilität an. Das Unternehmen verwies auf eine verbesserte Auftragsdynamik im Zuge des KI-Booms sowie auf eine steigende Nachfrage aus den Bereichen Rechenzentren und Photonik.
Für neue Fantasie sorgte außerdem ein Beitrag von US-Präsident Donald Trump auf seiner Plattform Truth Social. Darin forderte er, die Halbleiterindustrie stärker in die USA zurückzuholen, und verwies auf eine Vereinbarung zwischen Apple und Intel. Demnach soll Apple seine Chips künftig bei Intel in den USA fertigen lassen. Das würde Intel einen bedeutenden Großkunden sichern und unterstreicht die Bemühungen der USA, ihre heimischen Halbleiter-Lieferketten auszubauen und die Abhängigkeit von China zu reduzieren.
Infineon liefert operativ und strategisch weiter starke Argumente. Die jüngsten juristischen Erfolge gegen Innoscience stärken die Position im wichtigen Bereich Leistungshalbleiter zusätzlich. Gleichzeitig bleibt das Umfeld für Chipwerte dank KI-Boom, Ausbau der Lieferketten und steigender Nachfrage konstruktiv. Die Aktie bleibt aussichtsreich und bleiben an Bord.
FAQs
Was macht Infineon?
Infineon ist ein deutscher Halbleiterkonzern und entwickelt Chips unter anderem für Autos, Industrie, Energieeffizienz und Sicherheit.
Womit verdient Infineon sein Geld?
Das Unternehmen erzielt seine Erlöse vor allem mit Leistungshalbleitern, Sensoren, Mikrocontrollern und Lösungen für die Automobil- und Industriebranche.
Warum steht die Aktie oft im Fokus?
Die Infineon-Aktie reagiert häufig auf Nachrichten zur Chip-Nachfrage, zur Autoindustrie, zu KI-Trends und auf geopolitische Entwicklungen.
Heute, 19:24