KI vergrößert die Angriffsfläche der Unternehmen, und die Sicherheitsbudgets wachsen mit. Doch das Geld verteilt sich nicht gleichmäßig. Ein Blick hinter die Zahlen von Palo Alto Networks, CrowdStrike, Cisco und Check Point.
Ein KI-Agent, der Rechnungen freigibt, braucht einen Ausweis, klare Zugriffsrechte und jemanden, der ihm auf die Finger schaut. Das verschiebt gerade die Budgets der IT-Sicherheitschefs. Cybersecurity wird vom Posten, den man in schwachen Zeiten streicht, zur Pflichtausgabe für den laufenden Betrieb. Für Anleger zählt deshalb nicht, ob mehr Geld fließt, sondern wohin es fließt.
Diese Agenten greifen mit Maschinengeschwindigkeit auf Systeme und Daten zu. Damit rücken Identitätsprüfung, Laufzeitüberwachung und der Schutz vor Prompt-Injection – eingeschleuste Befehle, die eine KI zu Fehlhandlungen verleiten – in den Mittelpunkt. Zugleich wollen Unternehmen weniger Lieferanten. Wie auf der Baustelle bekommt den Auftrag der Generalunternehmer, der Einzelgewerk-Spezialist nur noch Reste. Die US-Investmentbank Wedbush zieht genau diese Linie zwischen KI-nativen Plattformen und eigenständigen Anbietern von Schwachstellenmanagement.
Cybersecurity-Aktien: Gekauft, verdient, günstig
Palo Alto Networks steigerte den Umsatz im Geschäftsjahr 2026 um 24,5 Prozent, behielt netto aber nur 2,67 Prozent davon. Das ist vor allem eine Folge der Übernahme von CyberArk, die zum Abschluss rund 21 Milliarden Dollar wert war. Trotzdem zahlen Anleger ein erwartetes Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 76. CrowdStrike wächst weitgehend aus eigener Kraft, zuletzt um 26 Prozent auf 1,47 Milliarden Dollar Quartalsumsatz. Check Point (KGV 13) arbeitet mit knapp 29 Prozent Nettomarge im Q2 (bereinigt 39 Prozent) am profitabelsten, legte beim Umsatz aber nur um ein Prozent zu. Cisco (KGV 21) peilt für Security und Observability im laufenden Geschäftsjahr ein hohes einstelliges Wachstum an.
Mit jedem KI-Agenten, jedem Rechenzentrum und jeder vernetzten Maschine wächst die Fläche, die geschützt werden muss – Cybersecurity wird vom Kostenfaktor zur tragenden Infrastruktur der digitalen Wirtschaft. Der Markt dürfte deshalb in den kommenden Jahren größer und wichtiger werden, doch die Gewinner stehen nicht von vornherein fest.
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