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07.08.2020 Michel Doepke

Compugroup: Prognose rauf, aber...

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Compugroup

 Der auf Arztpraxen und Apotheken spezialisierte Softwareanbieter Compugroup kommt weiter gut durch die Corona-Krise. Zwar ging der Umsatz im zweiten Quartal wie erwartet etwas zurück. Das lag aber vorwiegend an der Sonderkonjunktur für das Unternehmen im Vorjahr. Die Koblenzer trauen sich im laufenden Jahr nun mehr zu – dennoch driften die Meinungen der Analysten weit auseinander.

Prognose angehoben

Beim Umsatz rechnet der Konzern in diesem Jahr nun mit Erlösen zwischen 820 und 860 Millionen Euro. Vorher standen 765 bis 815 Millionen Euro im Plan. Auch beim bereinigten operativen Ergebnis (bereinigtes EBITDA) legt das Unternehmen die Latte höher, hier will es nun zwischen 205 und 220 Millionen Euro verdienen statt nur 195 bis 215 Millionen Euro. Anfang Juli hatte die Compugroup die Übernahme von Geschäftsteilen des US-Rivalen Cerner in Deutschland und Spanien abgeschlossen, darunter vor allem Krankenhausinformationssysteme.

Mit der Covid-19-Pandemie hätten die angehobenen Prognosen nichts zu tun, hieß es. Vor allem der Zukauf sei der Grund  Der Ausblick stehe aber wegen der Krise unter größerer Unsicherheit als üblich, auch wenn sich Auswirkungen auf die strategische Ausrichtung des Konzerns aktuell nicht abzeichneten. Mittelfristig rechnen sich die Koblenzer aber durchaus deutlich gestiegene Wachstumschancen aus, weil die Pandemie die Bereitschaft zur Nutzung digitaler Vernetzung im Gesundheitswesen nachhaltig steigere. 

Berenberg optimistisch

Die Privatbank Berenberg hat das Kursziel für Compugroup nach Zahlen von 80 auf 82 Euro angehoben und die Einstufung auf "Buy" belassen. Das zweite Quartal des Softwareanbieters sei solide ausgefallen, schrieb Analystin Charlotte Friedrichs in einer am Freitag vorliegenden Studie. Angesichts des Ausblick habe sie Schätzungen und Ziel angehoben.

Zum Verkauf rät indes die Baader Bank. Das Kreditinstitut hat die Einstufung für Compugroup nach Zahlen auf "Reduce" mit einem Kursziel von 67 Euro belassen. Der Softwareanbieter habe wie schon gedacht sein Erwartungen für das Gesamtjahr angehoben, schrieb Analyst Knut Woller in einer am Donnerstag vorliegenden Einschätzung. Es sei aber nicht genug gewesen, um an der bestehenden Einstufung zu rütteln. Die Commerzbank beziffert den fairen Wert in einer aktuellen Studie auf 75 Euro. Das Votum lautet "Hold".

Die Digitalisierung im Gesundheitswesen steckt noch in den Kinderschuhen. Compugroup gehört zu den führenden europäischen Playern in diesem Sektor und sollte langfristig von dieser digitalen Transformation profitieren. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 37 für 2021 ist der Wert allerdings kein Schnäppchen mehr. Investierte Anleger bleiben trotzdem an Bord und behalten den Stopp bei 60,00 Euro im Auge.

(Mit Material von dpa-AFX)