AeroVironment-Aktie: Dieser Zukauf kostet Aktionäre bis heute Performance

AeroVironment-Aktie: Dieser Zukauf kostet Aktionäre bis heute Performance
Foto: Aerovironment
AeroVironment Inc. - %
Ingo Nix Heute, 14:30 ‧ Ingo Nix
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Der Spezialist für Drohnen und Drohnenabwehr meldet das stärkste Auftaktquartal seiner Geschichte und einen Rekord-Auftragsbestand. Trotzdem kommt beim Aktionär kaum etwas davon an. Was ist der Grund dafür?

Am 9. September hat AeroVironment ein Quartal geliefert, das sich sehen lassen kann. Der Umsatz stieg im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 (Mai bis Juli 2026) um sechs Prozent auf 481 Millionen Dollar, ein Rekord für ein Auftaktquartal. Zur Einordnung: Das Geschäftsjahr von AeroVironment läuft jeweils von Mai bis April und trägt den Namen des Kalenderjahres, in dem es endet. Das Geschäftsjahr 2027 umfasst also Mai 2026 bis April 2027. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag mit 59 Cent rund doppelt so hoch wie von Analysten erwartet, der finanzierte Auftragsbestand kletterte um 37 Prozent auf 1,50 Milliarden Dollar. Die Aktie sprang binnen sechs Handelstagen von 141 auf 163 Dollar – und notiert inzwischen wieder bei rund 143 Dollar. Der Kurssprung ist damit vollständig verpufft, zum Hoch von 418 Dollar fehlen 65,7 Prozent.

Kennzahlen im Überblick: Rekord-Auftragsbestand, aber die Prognose bleibt unverändert
Quelle: AeroVironment, Quartalsmitteilung vom 09.09.2026; Markterwartung laut Analysten

Kapitalerhöhungen: 79 Prozent mehr Aktien

Die Rekordzahlen gelten für den ganzen Konzern. Für Anleger zählt aber, was davon auf ihre einzelne Aktie entfällt. Und genau hier liegt der Kern: Das Wachstum von AeroVironment ist nicht organisch entstanden, sondern vor allem zugekauft – und mit Aktien bezahlt. Für die Übernahme von BlueHalo im Mai 2025 gab das Unternehmen rund 17,4 Millionen neue Aktien aus, im Juli 2025 folgten eine Kapitalerhöhung über knapp eine Milliarde Dollar netto und eine Wandelanleihe über 748 Millionen Dollar. Die Zahl der Aktien stieg von 28,2 Millionen vor dem Deal auf rund 50,6 Millionen, ein Plus von 79,4 Prozent.

Umsatz je Aktie: Aus 165 werden 48 Prozent

Rechnet man den Umsatz auf die einzelne Aktie herunter, schrumpft das Wachstum dramatisch. Im Geschäftsjahr 2025 (Mai 2024 bis April 2025) setzte AeroVironment 821 Millionen Dollar um, das waren 29,1 Dollar je Aktie. Für das laufende Geschäftsjahr stellt das Management in der Mitte der Spanne 2,18 Milliarden Dollar in Aussicht – ein Plus von 165 Prozent. Je Aktie sind es 43 Dollar, also nur 47,7 Prozent mehr. Noch ernüchternder ist der Gewinn: Im Geschäftsjahr 2025, dem letzten vor BlueHalo, verdiente AeroVironment bereinigt 3,28 Dollar je Aktie. Für das Geschäftsjahr 2027 lautet die Spanne 3,02 bis 3,34 Dollar, in der Mitte also 3,18 Dollar. Der Umsatz hat sich mehr als verdoppelt, der Gewinn je Aktie ist sogar leicht gesunken. Die Grafik unten zeigt diese Schere: Von 165 Prozent Umsatzwachstum im Konzern kommen beim Umsatz je Aktie noch 47,7 Prozent an, beim bereinigten Gewinn je Aktie bleibt ein Minus von drei Prozent. Doch warum kommt vom Wachstum so wenig beim Aktionär an?

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