Der September macht seinem Ruf als Krisenmonat an der Börse alle Ehre. Gute Signale aus den USA verpufften am Mittwoch an den europäischen Märkten. Der Grund: Neue Teuerungsdaten aus der Eurozone schüren die Furcht vor weiteren Zinsschritten. Am Ende schloss der Dax 0,79 Prozent tiefer bei 25.199,19 Punkten.
Damit rutschte der deutsche Leitindex unter die psychologisch wichtige 100-Tage-Linie, die den mittelfristigen Trend abbildet. Auf Monatssicht büßte das Börsenbarometer exakt vier Prozent ein. Das dritte Quartal rettete dennoch ein kleines Plus von 0,8 Prozent. Auch der MDax gab nach und verlor 0,13 Prozent auf 30.842,53 Zähler.
Europas Inflation kocht wieder hoch
Vor allem teure Energie heizte die Teuerung in Deutschland an. Die Verbraucherpreise stiegen im September um 3,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im August hatte die Rate noch bei 2,9 Prozent gelegen. Ähnliche Tendenzen zeigten sich in Frankreich und Italien. Entsprechend reagieren die Zinsmärkte: Händler preisen bis zum Jahresende eine weitere Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank ein, ein zusätzlicher Schritt könnte im ersten Quartal folgen.
Während Europa mit der Teuerung ringt, kamen aus den USA eigentlich ermutigende Daten. Der PCE-Deflator stieg im August schwächer als erwartet. Gleichzeitig zeigte der Arbeitsmarktdienstleister ADP einen robusten Jobaufbau in der US-Privatwirtschaft. Doch die Erleichterung währte nur kurz. Auch der anhaltend hohe Ölpreis und kletternde Anleiherenditen drückten die Stimmung der Anleger.
Commerzbank bricht ein, BMW trotzt dem Trend
Bei den Einzelwerten verbuchte die Commerzbank das größte Minus im Dax. Die Aktie verlor vier Prozent. Der Grund: Analyst Benjamin Goy von der Deutschen Bank strich seine Kaufempfehlung. Wesentliche Kurstreiber wie steigende Zinserträge seien im aktuellen Kurs bereits abgebildet.
An der Indexspitze stand dagegen BMW mit einem Plus von 1,5 Prozent. Die Münchner machten die Kursdellen des Vortages wett.
Turbulenzen in der zweiten Reihe
Im MDax geriet CTS Eventim unter die Räder. Das Papier verlor 6,2 Prozent, nachdem der Ticketvermarkter den überraschenden Abgang seines Finanzchefs meldete. CEO Klaus-Peter Schulenberg kaufte am Nachmittag eigene Aktien für gut zehn Millionen Euro und bremste damit den noch deutlicheren Absturz ab. Der Webhoster Ionos büßte nach einer Verkaufsempfehlung des Bankhauses Metzler 5,8 Prozent ein.
Im Nebenwerteindex SDax standen zwei Verlierer im Fokus: Asta Energy rutschte um 5,9 Prozent ab, nachdem Großaktionär ETV Montana Tech ein Paket von 500.000 Aktien abstieß. Der Laserspezialist LPKF Laser verlor 2,5 Prozent. Das Unternehmen senkte seine Jahresziele, weil sich ein wichtiger Großauftrag aus der Solarbranche verzögert.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Commerzbank.
Heute, 18:15
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