12.04.2020 Thomas Bergmann

Siemens-Chef Joe Kaeser: "Wir schaffen das gemeinsam!"

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Siemens

Siemens will wegen der Coronakrise keine Stellen abbauen. Das sagte Konzernchef Joe Kaeser in einem Interview. Auch sonst sieht der scheidende Chef den DAX-Konzern gut aufgestellt: Das Unternehmen verfüge über ausreichend Liquidität und volle Auftragsbücher. Siemens könnte deshalb gestärkt aus der Krise hervorgehen.

"Wegen einer vorübergehenden Beschäftigungsschwankung wird bei Siemens niemand das Haus verlassen", sagte Kaeser im Interview der Passauer Neuen Presse. Möglicherweise müssten mehr Mitarbeiter – als die derzeit etwa 1.600 Beschäftigten von 120.000 in Deutschland – in Kurzarbeit gehen.

Es sei etwas ganz anderes, Siemens an strukturelle Veränderungen anzupassen – etwa im Bereich fossiler Kraftwerkstechnik, wo der Trend nun einmal zu Erneuerbaren Energien gehe. In einer vorübergehenden Krise aber stehe außer Frage: "Wir stehen das miteinander durch! Und wenn die Krise vorbei ist und es wieder aufwärts geht, dann packen wir miteinander an." 

Die Coranakrise bewertet Kaeser als viel schlimmer als die globale Finanzkrise 2008. Siemens werde die Krise aber vermutlich gut überstehen: "Wir haben Produkte, die die Welt auch nach Corona braucht – von Gesundheitstechnik bis Energie", sagte Kaeser. "Wir haben ausreichend Liquidität – auch für eine längere Zeit, und unser Auftragsbestand liegt aktuell bei fast 150 Milliarden Euro."

Dem Staat helfe Siemens im Kampf gegen die Krise mit der Beschaffung von dringend benötigten Schutzmasken. Dazu nutze der Konzern sein weltweites Einkaufsnetz und habe zunächst drei Millionen Masken besorgt. "Eine Million brauchen wir selbst bei Siemens, eine Million bekommt Bayern, eine Million der Bund", so Kaeser. Das Unternehmen habe zudem sein Netzwerk an 3D-Druckern für die Produktion von hochwertigem Schutzmaterial geöffnet.

Siemens (WKN: 723610)

DER AKTIONÄR hatte zuletzt gewarnt, dass nach dem Anstieg von 60 auf 85 Euro Gewinnmitnahmen überfällig sind. Es bleibt dabei: Neueinsteiger können noch abwarten, ob die Gaps nach unten noch einmal geschlossen werden. Wer bereits dabei ist, kann an Bord bleiben.