Der S&P 500 auf Rekordhoch – und Palantir kommt nicht hinterher. Die Aktie gehört 2026 bislang zu den Underperformern und steckt weiter in der Korrektur fest. Während der breite Markt neue Höhen erreicht, bleibt der KI- und Daten-Spezialist unter Druck. Die Spannung vor den Quartalszahlen am Montag steigt. Denn operativ läuft es stark. Doch bei der Bewertung ist die Luft dünn.
Für das erste Quartal rechnen Analysten mit einem Umsatzplus von rund 74 Prozent auf etwa 1,54 Milliarden Dollar. Getrieben wird das Wachstum vor allem vom Government-Geschäft. Steigende US-Verteidigungsausgaben und Produkte wie Maven dürften positiv wirken. Auch das US-Geschäft mit Unternehmenskunden bleibt wichtig.
Die Erwartungen sind sehr hoch. Wedbush bleibt zwar extrem optimistisch und traut Palantir in den kommenden Jahren den Sprung zu einer Marktkapitalisierung von einer Billion Dollar zu. Aber die Aktie ist trotz der Korrektur weiterhin äußerst ambitioniert bewertet. HSBC hat Palantir zuletzt von Buy auf Hold abgestuft. Das Kursziel liegt bei 151 Dollar.
Unterdessen wird der Wettbewerb härter. Große KI-Anbieter wie Anthropic könnten Teile des Softwaremarkts verändern. Auch im Verteidigungsbereich wächst die Zahl der KI-Tools. Das Pentagon hat zuletzt Googles Gemini in seine KI-Plattform aufgenommen. Palantirs Maven bleibt jedoch ein fest verankertes Programm im Verteidigungshaushalt.
Auch geopolitisch und in Europa bleibt Gegenwind. Die Bundeswehr will wohl keine Palantir-Software für den Aufbau einer militärisch nutzbaren Cloud einsetzen. Das ist kein direkter Schlag gegen das US-Geschäft, zeigt aber: Palantir bleibt politisch sensibel. Die Trump-Connection hilft Palantir zwar derzeit in den USA, im Ausland dürfte sie hingegen nicht gerade zu weniger Skepsis geführt haben.
Das Momentum bei Palantir ist seit Monaten raus. Palantir muss am Montag nicht nur liefern, sondern einmal mehr die Erwartungen übertreffen, wenn die Aktie wieder Aufwärtsdynamik entwickeln soll.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Palantir Technologies.
Heute, 21:29