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Morgan Stanley warnt: Neue Risiken für die Adobe‑Aktie

Morgan Stanley warnt: Neue Risiken für die Adobe‑Aktie
Foto: Mehaniq/Shutterstock
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Annalena Götz Heute, 16:30 Annalena Götz
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Die schlechten Nachrichten für Adobe reißen nicht ab. Während sich die Aktie mit einem zwischenzeitlichen Plus von 15,7 Prozent im Juli mühsam vom Mehrjahrestief zurück kämpfte und kurzzeitig auch wieder über den GD50 ausbrach, sorgt die Morgan Stanley für neuen Verkaufsdruck. Die Investmentbank stuft den Softwarekonzern herunter und streicht das Kursziel von 365 Dollar auf 240 Dollar zusammen. Am Dienstag geht die Aktie deshalb fünf Prozent tiefer in den Handel.

Mit dem heutigen Kursrutsch weitet die Adobe-Aktie ihre Verluste seit Jahresbeginn auf 35 Prozent aus. Adam Wood von der Morgan Stanley sieht den Kreativsoftware-Spezialisten vor mehreren Baustellen: Der Konzern treibt den Umbau hin zu einem Freemium-Modell voran, steckt gleichzeitig Milliarden in Künstliche Intelligenz und muss sowohl den Posten des CEO als auch des CFO neu besetzen. 

"Jede dieser Veränderungen mag für sich genommen beherrschbar sein. Dass sie nun aber alle aufeinandertreffen, erhöht die Hürden für die Umsetzung – und das zu einer Zeit, in der andere Softwareunternehmen überzeugendere Belege für nachhaltiges Wachstum, operative Hebel und schnellere KI-Monetarisierung vorweisen können“, schreibt Wood.

Adobe (WKN: 871981)

Das Dilemma von Adobe: Rekordzahlen auf bröckelndem Fundament

Besonders kritisch sieht Morgan Stanley den Wechsel zu kostenlosen Einstiegsangeboten, um Nutzer früher an das eigene Ökosystem zu binden. Dieser habe das Wachstum der jährlich wiederkehrenden Einnahmen im zweiten Quartal rechnerisch um rund 500 Millionen Dollar gedrückt und bringt einen niedrigeren Durchschnittserlös je Kunden mit sich. 

Gleichzeitig muss Adobe stärker investieren, um mit konkurrierenden KI-Angeboten Schritt zu halten. Der Monetarisierungspfad ist hingegen noch unklar. Die bislang außergewöhnlich hohen Gewinnmargen könnten damit ihren Höhepunkt erreicht haben.

Hinzu kommt die alte Kernfrage: Wird Adobe zum Gewinner der KI-Revolution oder frisst die neue Technologie das bisherige Geschäftsmodell auf? Gerade die Kernprodukte wie Photoshop oder Premiere stehen in direktem Wettbewerb zu neuen KI-Tools wie ChatGPT, Gemini und andere leicht zu bedienende Programme für die Bild- und Videoerstellung. Die Barrieren für kreative Arbeit sinken massiv – die Creative Cloud bleibt laut Morgan Stanley besonders anfällig für Disruption.

Das Bittere: Operativ liefert Adobe weiterhin starke Zahlen. Umsatz, Gewinn und Ausblick lagen zuletzt über den Erwartungen (DER AKTIONÄR berichtete). Im Gesamtjahr dürfte der Umsatz laut der Konsensschätzung bei Bloomberg um 11,6 Prozent auf einen Rekordwert von 26,5 Milliarden Dollar steigen. Das bereinigte Ergebnis je Aktie soll sogar um 46,8 Prozent auf 24,40 Dollar anziehen und damit ebenfalls so hoch liegen wie nie zuvor – bei einer starken Nettomarge von 36,7 Prozent.

Adobe ist so günstig wie nie. Auf Basis des für 2026 erwarteten Gewinns kommt die Aktie lediglich auf ein KGV von 9. Aber eine günstige Bewertung allein ist kein Kaufsignal. Die Börse traut dem nächsten Wachstumskapitel des Unternehmens nicht. DER AKTIONÄR hatte zuletzt trotz des attraktiven Bewertungsniveaus und soliden Kennzahlen vor dem Griff ins fallende Messer gewarnt. Das neue Rating der Morgan Stanley bestätigt die negative Einschätzung.

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DER AKTIONÄR 30/2026
Quelle: Börsenmedien AG

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