Die Wall Street hat am Donnerstag den zweiten Verlusttag in Folge verzeichnet. Zwar konnten die US-Börsen die zeitweise deutlichen Abschläge am Ende spürbar eindämmen, trotzdem setzte sich die Schwächephase fort. Auslöser der Nervosität war einmal mehr die Eskalation im Nahen Osten und der damit verbundene Anstieg der Ölpreise.
Der Dow Jones verlor rund 0,4 Prozent auf 46.021 Punkte. Der S&P 500 gab um 0,3 Prozent auf 6.606 Zähler nach, während der Nasdaq Composite 0,3 Prozent auf 22.090 Punkte einbüßte. Im Tagesverlauf sah es zunächst deutlich schlechter aus: Der Dow lag zeitweise rund 500 Punkte im Minus, Tech-Werte standen noch stärker unter Druck.
Im Fokus stand klar der Energiemarkt. Während die US-Öl-Sorte WTI leicht auf rund 96 Dollar nachgab, kletterte die Nordsee-Sorte Brent zeitweise um etwa 1,2 Prozent auf über 111 Dollar je Barrel.
Zuvor hatte die Eskalation im Iran-Konflikt die Preise nach oben getrieben. Angriffe auf Energie-Infrastruktur sowie die angespannte Lage rund um die Straße von Hormus schürten Sorgen vor massiven Angebotsausfällen. Die wichtige Handelsroute blieb weitgehend blockiert – ein Szenario, das Investoren zunehmend nervös machte.
Zwischen Hoffen und Bangen
Für eine leichte Entspannung sorgten Aussagen von Benjamin Netanyahu, die auf eine mögliche Beruhigung der Lage hindeuteten. In der Folge gaben die Ölpreise nachbörslich etwas nach – und auch die Wall Street konnte ihre Verluste begrenzen. Dennoch blieb die Unsicherheit hoch. Mehrere Marktstrategen warnten, dass selbst bei einem baldigen Ende des Konflikts die Energiepreise kaum auf das frühere Niveau zurückfallen dürften.
Tech-Werte unter Druck
Insbesondere die Chip-Aktien mussten am heutigen Handelstag Federn lassen: Micron Technology büßte trotz astreiner Zahlen letztlich rund vier Prozent ein. Die hohen Investitionsausgaben, die der Speicherspezialist tätigen will, verschreckten die Anleger. Auch Nvidia gab um ein Prozent nach.
Heute, 21:50