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Schlussglocke: Die Sorgen überwiegen

Schlussglocke: Die Sorgen überwiegen
Foto: Dogora Sun/Shutterstock
S&P 500 -%
Lukas Meyer Heute, 22:17 Lukas Meyer

Die US-Börsen haben am Dienstag spürbar nachgegeben. Ein Ausverkauf am Anleihemarkt belastete die Aktienkurse. Der Dow Jones verlor bis zum Handelsschluss 322 Punkte respektive 0,65 Prozent auf 49.363 Zähler. Für den S&P 500 ging es um 0,67 Prozent auf 7.353 nach unten. Für den marktbreiten Index war es bereits der dritte Verlusttag in Folge. Am härtesten traf es den technologielastigen Nasdaq Composite, der um 0,84 Prozent auf 25.870 absackte.

Der bestimmende Belastungsfaktor blieb der Rentenmarkt. Die Rendite der richtungsweisenden 10-jährigen US-Staatsanleihe kletterte im Handelsverlauf weiter auf 4,687 Prozent. Noch stärkere Warnsignale kamen von den langlaufenden Papieren: Die Rendite der 30-jährigen US-Anleihen stieg um rund sechs Basispunkte auf 5,198 Prozent. Das ist der höchste Stand seit Juli 2007.

Diese Dynamik ist Gift für den Aktienmarkt. Steigende Renditen bei den 30-jährigen Papieren signalisieren, dass sich der Markt auf dauerhaft höhere Zinsen einstellt. Der Grund sind die jüngsten CPI- und PPI-Inflationsdaten. Diese bestätigen den Preisdruck durch den geopolitischen Schock des Iran-Kriegs. Dabei treibt längst nicht mehr nur die Energie die Inflation: Auch die Kernrate ohne Nahrung und Energie zieht wegen wieder anziehender Wohnkosten deutlich an.

Infront S&P 500 (WKN: A0AET0)

Am Anleihemarkt wird die Zinswende nach oben nun zur bitteren Realität. Die Zinsterminkontrakte der CME Group zeigen eine dramatische Verschiebung: Vor drei Wochen war eine Zinserhöhung bis zum Jahresende vom aktuellen Niveau (3,50 bis 3,75 Prozent) noch völlig undenkbar. Mittlerweile beziffert der Markt die Chance auf eine Anhebung um einen Viertelprozentpunkt auf 3,75 bis 4,00 Prozent beim Oktober-Treffen auf 50:50. Für die Dezember-Sitzung ist die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung sogar auf 79 Prozent hochgeschossen. Anleger müssen sich darauf einstellen, dass die US-Notenbank Fed wieder in den Straffungsmodus wechselt. Das bringt die bisherige Rally bei Wachstumsaktien ins Wanken.

Alphabet trotz KI-Offensive im Minus – Nvidia nervös

Unter den Einzelwerten stand die Google-Mutter Alphabet im Fokus. Die Aktie verlor im schwachen Marktumfeld zwei Prozent. Dabei überzeugte das Unternehmen die Anleger auf seiner Entwicklerkonferenz I/O 2026 eigentlich mit einer Reihe von KI-Neuheiten. Vorgestellt wurden unter anderem das neue, extrem schnelle Modell Gemini 3.5 Flash sowie „Gemini Omni“ für multimodale Videoerstellung. Zudem kündigte Alphabet mit „Gemini Spark“ einen persönlichen, cloudbasierten KI-Agenten an, der Aufgaben rund um die Uhr im Hintergrund erledigen kann.

Nvidia gab vor den mit Spannung erwarteten Quartalszahlen am Mittwochabend um knapp ein Prozent nach. Anleger hielten sich vor dem wichtigsten Tech-Termin des Quartals zurück. Angesichts der Kursgewinne der letzten Monate ist die Erwartungshaltung hoch. Die Zahlen und der Ausblick müssen die hohen Prognosen nicht nur erfüllen, sondern deutlich übertreffen, um der Aktie frischen Schwung zu verleihen.

Nvidia (WKN: 918422)

Im Bankensektor kam es zu Gewinnmitnahmen. Die Aktien von JPMorgan Chase und Goldman Sachs gaben jeweils rund zwei Prozent nach.

Abseits der allgemeinen Marktschwäche gab es jedoch Lichtblicke: Die Baumarktkette Home Depot übertraf im ersten Quartal die Erwartungen der Wall Street. Analysten sprachen von Ergebnissen, die „besser als befürchtet“ ausfielen und Vertrauen für den restlichen Einzelhandelssektor lieferten, da sich das Geschäft trotz des stagnierenden Wohnungsmarktes stabil zeigte.

Gegen den Trend am Gesamtmarkt stemmten sich zudem Energiewerte wie ExxonMobil, die vom hohen Rohölpreis gestützt wurden.

Zu den großen Tagesgewinnern gehörte zudem der Pharmagigant Eli Lilly. Die Aktie sprang um um fast vier Prozent nach oben. Auslöser waren Berichte über millionenschwere Aktienkäufe der Trump-Organisation sowie neue Regierungsinitiativen der US-Behörden zur Ausweitung des Zugangs für Eli Lillys Blockbuster-Abnehmmedikamente (GLP-1).

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Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Nvidia.
Nvidia-Aktien befinden sich in einem Real-Depot der Börsenmedien AG.

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