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Nvidia‑Rekord verpufft – Fed unter Zugzwang

Nvidia‑Rekord verpufft – Fed unter Zugzwang
Foto: sBim/iStock_Andy.LIU/shutterstock
DJ Industrial Average -%
Lukas Meyer Heute, 15:55 Lukas Meyer

Der US-Aktienmarkt zeigt sich zum Handelsauftakt am Donnerstag schwächer. Ein Mix aus robusten Wirtschaftsdaten und geopolitischen Unsicherheiten drückt auf die Stimmung im New Yorker Handel. Der Leitindex Dow Jones, der marktbreite S&P 500 und der technologielastige Nasdaq verlieren zum Start jeweils rund ein halbes Prozent.

Weiterhin verunsichert die Geopolitik die Märkte und heizt die Energiepreise an. US-Präsident Donald Trump betonte zwar jüngst, dass sich die Verhandlungen mit dem Iran zur Beendigung des Krieges in der „Endphase“ befinden. Die Ölpreise drehten jedoch direkt wieder nach oben.

Grund ist ein Bericht der Nachrichtenagentur Reuters. Irans oberster Führer hat laut Insidern eine Direktive erlassen. Angereichertes Uran soll im Land bleiben. Das erschwert eine diplomatische Lösung des US-Iran-Krieges erheblich. Zudem wachsen die Zweifel an einer schnellen Öffnung der strategisch wichtigen Straße von Hormus.

Infront DowJones (WKN: 969420)

Als Reaktion kletterte die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) um rund rund vier Prozent auf 102 Dollar je Barrel. Nordsee-Öl der Sorte Brent sprang um rund drei Prozent auf 108 Dollar. Die hohen Energiepreise wirken an der Börse als dauerhafter Inflationsstreiber.

Konjunkturdaten und Zinsdilemma

Für zusätzliche Bewegung sorgen die aktuellen US-Konjunkturdaten, die sich weiterhin robust präsentieren. Die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sanken minimal um 3.000 auf 209.000 und verharren damit auf einem niedrigen Niveau. Zudem überraschte der US-Immobilienmarkt positiv: Die Baugenehmigungen kletterten im April um knapp sechs Prozent nach oben.

Einzig die US-Industrie sendet Warnsignale. Der Philly-Fed-Herstellungsindex brach im Mai völlig überraschend auf minus 0,4 Punkte ein, nach einem Plus von knapp 27 Punkten im Vormonat.

Diese robusten Arbeitsmarkt- und Gehäusedaten gießen zusätzliches Öl ins Zinsfeuer der US-Notenbank Fed, deren gestriges FOMC-Protokoll bereits Risse im Zinsausschuss offenbarte. Angesichts der zähen Inflation fordert eine Mehrheit der Notenbanker, die Signale für baldige Zinssenkungen komplett zu streichen.

Sollte der Preisdruck nicht nachgeben, rücken laut dem Protokoll sogar neue Zinserhöhungen wieder konkret auf den Tisch. Der neu bestätigte Fed-Chef Kevin Warsh, der das Amt an diesem Freitag offiziell von Jerome Powell übernimmt, erbt eine gespaltene Notenbank.

Einzelwerte im Fokus

Unter den Einzelwerten steht Nvidia im Fokus. Der KI-Branchenprimus legte nach dem gestrigen Handelsende phänomenale Zahlen vor. Der Quartalsumsatz schoss im Jahresvergleich um 85 Prozent auf den Rekordwert von fast 82 Milliarden Dollar nach oben und pulverisierte die Schätzungen der Analysten von rund 79 Milliarden Dollar.

Trotzdem verharrt die Aktie zum US-Handelsstart nahezu unverändert. Anleger sorgen sich zunehmend um die langfristige Nachhaltigkeit dieses enormen Wachstumstempos im KI-Sektor. Zudem war das Papier im Vorfeld der Zahlen bereits stark gestiegen.

Die Aktie des weltgrößten Einzelhändlers Walmart rutscht nach Vorlage des Ausblicks für das zweite Quartal um knapp vier Prozent ab und bildet damit das Schlusslicht im Dow Jones. Das Management prognostiziert ein bereinigtes Ergebnis je Aktie zwischen 0,72 und 0,74 Dollar und verfehlt damit die Markterwartung von 0,75 Dollar. Finanzchef John David Rainey verwies auf die hohen Treibstoffpreise, die das operative Ergebnis im ersten Quartal bereits mit 175 Millionen Dollar belasteten.

Da die entlastenden Steuerrückerstattungen der US-Konsumenten nun auslaufen, dürfte der Preisdruck im laufenden Quartal deutlich härter durchschlagen. Das starke E-Commerce-Wachstum von 26 Prozent, getrieben durch die Abhol- und Lieferservices, blieb als Kurstreiber somit wirkungslos.

Dagegen klettert die Aktie des Tech-Dinos IBM um rund sechs Prozent nach oben und setzt sich an die Spitze des Dow Jones. Der Konzern profitiert als Branchenschwergewicht von einer Rally im gesamten Quantencomputing-Sektor. Ein Bericht des Wall Street Journal über ein geplantes Zwei-Milliarden-Dollar-Subventionspaket der US-Regierung löst hier starke Kursgewinne aus.

Der Staat plant direkte Zuschüsse und sogar Eigenkapitalbeteiligungen an neun Quanten-Firmen. IBM ist dabei der Hauptprofiteur und erhält mit einer Milliarde Dollar die Hälfte des gesamten Fördervolumens. In deren Sog schießen die Aktien der Branchen-Player Rigetti, D-Wave und Quantum Computing allesamt zweistellig nach oben.

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