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02.08.2019 Martin Mrowka

DAX sackt ab – Zahlen von Vonovia verhindern Schlimmeres

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DAX

Donald Trump verschärft die Lage im Handelsstreit mit China. Neue Strafzölle sollen die Chinesen "überzeugen", mehr US-Produkte zu kaufen. Das lässt rund um den Globus die Aktienkurse purzeln. In Deutschland legten zwei DAX-Konzerne ihre Quartalsbilanzen vor - und können sich dem Abwärtsdruck entziehen. Der DAX startet jedoch deutlich abgeschwächt.

Der Handelsstreit zwischen China und den USA eskaliert. Donald Trump kündigt neue Strafzölle an. Ab September sollen weitere chinesische Waren im Wert von 300 Milliarden Dollar mit einem Zoll von 10 Prozent belegt werden. Das führte gestern Abend bereits zu fallenden Kursen in Amerika und heute auch in Asien.

Der Deutsche Aktienindex DAX kann sich dem Druck nicht entziehen. Kurz vor Xetra-Handelsstart wurde der DAX mit einem Abschlag von 1,8 Prozent bei 12.038 Punkten taxiert. Erstmals seit Mitte Juni droht im Tagesverlauf der Rutsch unter die psychologisch wichtige Marke von 12.000 Zählern. - Folgende fünf Themen dürften heute die Kurse beeinflussen.

Vorgaben aus den USA

Die Ankündigung von US-Strafzöllen auf weitere chinesische Produkte hat am Donnerstag die Erholung an der Wall Street jäh gestoppt. Der Dow Jones Industrial drehte ins Minus und verlor am Ende 1,1 Prozent auf 26.583 Punkte, womit er nur wenig über seinem Tagestief blieb. Der marktbreite S&P 500 schloss 0,9 Prozent tiefer bei 2.953 Punkten und der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 sank um 0,6 Prozent auf 7.801 Zähler. Aus China gab es bislang nur verbale Reaktionen. "Weitere Zölle sind definitiv kein konstruktiver Weg, um die wirtschaftlichen und handelspolitischen Spannungen zu lösen. Es ist kein richtiger Weg", sagte Chinas Außenminister Wang Yi.

Vorgaben aus Fernost

Die erneute Eskalation hat die Börsen in Asien am Freitag deutlich belastet. US-Präsident Donald Trump kündigte am Vorabend neue Strafzölle auf chinesische Produkte an. Auch zwischen Japan und Südkorea verschärften sich die Spannungen im Handelsstreit erheblich. In Südkorea verlor der Kospi gut ein Prozent, nachdem die japanische Regierung am Freitag beschloss, das Land von der "weißen Liste" jener Länder zu streichen, die Vorzugsbehandlungen bei Handelsgeschäften genießen. Von den Restriktionen sind vor allem die Chiphersteller Samsung und SK Hynix sowie die Firma LG Display betroffen. Samsung-Aktien verloren gut zwei Prozent.

In Japan schloss der Nikkei 225 um 2,1 Prozent schwächer bei 21.087 Punkten. Der Yen legte zum Dollar seit dem Vorabend um etwa zwei Prozent zu. Dies belastet in der Regel die Aussichten der Exportnation. An Chinas Festlandbörsen ging es für den CSI 300 um 1,3 Prozent abwärts und in Hongkong fiel der Hang Seng um 2,2 Prozent.

Handelsstreit mit der EU

Der US-Präsident will sich heute Abend auch zu den Handelsbeziehungen mit der Europäischen Union äußern. Es blieb zunächst unklar, was der für seine aggressive Handelspolitik bekannte Trump ankündigen wollte. Auch mit der EU gibt es verschiedene Streitigkeiten im Handel.

Trumps Regierung hat etwa mit Strafzöllen für aus Europa eingeführte Autos gedroht, was besonders deutsche Hersteller treffen würde. Dieser Konflikt sollte zwar eigentlich während laufender Verhandlungen zu einem umfassenderen Handelsabkommen bis November auf Eis gelegt sein. Analysten von Goldman Sachs zufolge ist mit der neuen Ankündigung des US-Präsidenten aber das Risiko gestiegen, dass Strafzölle insbesondere gegen europäische Autohersteller verhängt werden.

Quartalszahlen

Neben dem Handelskrieg stehen zum Wochenausklang Zahlen im Mittelpunkt. Aus dem MDAX der mittelgroßen Unternehmen schließen der Spezialchemiekonzern Lanxess sowie mit Vonovia und der Allianz zwei weitere DAX-Werte den Reigen an Bilanzzahlen diese Woche ab.

Ein Sonderertrag in der US-Lebensversicherung bescherte Europas größtem Versicherer Allianz im zweiten Quartal einen überraschenden Gewinnanstieg. Auf der Handelsplattform Tradegate trotzten die Aktien dem schwachen Gesamtmarkt und notierten minimal über dem Xetra-Schlusskurs vom Donnerstag.

Bei Vonovia sorgten steigende Mieten und Zukäufe im Ausland für einen deutlich höheren Ertrag. Auf Tradegate gaben die Papiere denn auch nur leicht nach.

Lanxess trotzte den sich eintrübenden Konjunkturaussichten. Dabei profitierte der Konzern von gut laufenden Geschäften mit Wasseraufbereitungsprodukten sowie vom Projektgeschäft im Feinchemiegeschäft. Die konjunktursensiblen Anteilsscheine konnten sich auf Tradegate aber nicht den aktuellen Marktturbulenzen entziehen und verloren rund drei Prozent.

Unter anderem folgende Unternehmen legen heute ebenfalls Quartals- oder Halbjahresabschlüsse vor: Berkshire Hathaway, BT Group, Chevron, Credit Agricole, Exxon Mobil, Ferrari, Honda, IAG International Airlines Group, Royal Bank of Scotland und Toyota.

Konjunkturdaten

Aus der Eurozone werden um 11 Uhr die Erzeugerpreise und Einzelhandelsumsätze für Juni gemeldet. Später bestimmen zahlreiche Konjunkturdaten aus den USA den Wochenausklang. Um 14.30 Uhr wartet der Markt gespannt auf den US-Arbeitsmarktbericht. Zur gleichen Zeit gibt es auch Juni-Daten zur US-Handelsbilanz. Das Verbrauchervertrauen der Uni Michigan sowie der Auftragseingang in der Industrie folgen um 16 Uhr.

Mit Material von dpa-AFX