Am deutschen Aktienmarkt haben die Kurse im April spürbar zugelegt. Der DAX beendete den Handelsmonat mit einem Plus von rund sieben Prozent, weil er vor allem von der Hoffnung auf einen Frieden im Nahen Osten profitierte. Belastend wirkte aber in der zweiten Monatshälfte der hohe Ölpreis, der zeitweise auf 125 Dollar je Barrel für die Sorte Brent gestiegen war.
Platz 3: Siemens +15,9 Prozent – Siemens ist gestiegen, weil die Anleger den Konzern wieder als verlässlichen Qualitätswert wiederentdeckten. Der Markt relativierte die Debatte, Künstliche Intelligenz könne das Softwaregeschäft kurzfristig ausbremsen. Gleichzeitig überzeugte die Breite: Siemens bedient Automatisierung, digitale Industrie, Elektrifizierung, Infrastruktur und Mobilität. Das Unternehmen profitiert, wenn Kunden ihre Effizienzprogramme hochfahren und Fabriken modernisieren. Zudem unterstützte die bessere Stimmung für Industriewerte den Kurs.
Siemens ist ein Basisinvestment im DAX, die KI-Sorgen scheinen überzogen, zudem ist der Konzern auf vielen Wachstumsfeldern aktiv.
Platz 2: Siemens Energy +24,7 Prozent – Die Aktie ist ein Hebel auf den Umbau der Energiesysteme. Netzbetreiber investieren, Versorger modernisieren, Industrie und Rechenzentren erhöhen den Strombedarf. Das treibt Projekte, und es schiebt den Blick auf Auftragseingang, Umsatz und Ergebnis nach oben. Siemens Energy profitiert, weil der Konzern in Netzinfrastruktur und Systemtechnik an zentralen Engstellen liefert.
Die Energiewende und eine starke Energienachfrage dürften Auftragseingang, Umsatz und Gewinn noch lange in die Höhe treiben.
Platz 1: Infineon +48,8 Prozent – Infineon hat den Monat dominiert, weil die Anleger den Halbleitersektor wieder aggressiver gewichtet haben. Der Markt spielte die Mischung aus zyklischer Erholung und strukturellem Wachstum. Impulse lieferte zudem die internationale Berichtssaison. Infineon adressiert mehrere Treiber gleichzeitig, von Industrie und Leistungselektronik bis hin zu Rechenzentrumsinfrastruktur. Das Papier wirkte damit als direkter Profiteur des Investitionszyklus.
Der KI-Boom ist noch nicht am Ende, entsprechend hat die Chipindustrie noch sehr viel Wachstumspotenzial.
Worst-Performer: Qiagen -16,4 Prozent – Qiagen geriet im April unter Druck, weil die Diagnostikbranche ein schwieriges Umfeld durchläuft und der Markt bei Unsicherheit konsequent verkauft. Schwankende Labornachfrage und begrenzte Visibilität dämpften die Erwartung an das Wachstum. Gleichzeitig verschärfte der Wettbewerb den Preisdruck, was Anleger vorsichtig machte. Nach der Korrektur ist die Bewertung jedoch deutlich moderater.
Schwierige Branche, aber Qiagen ist mittlerweile sehr moderat bewertet. Eine Bodenbildung im Bereich 28 bis 30 Euro ist möglich.
Heute, 13:00