++ 5 Kracher-Aktien jenseits des DAX ++

Rückschlag für die Krypto‑Branche: Clarity‑Act vorerst gestoppt, Bitcoin gibt deutlich nach

Rückschlag für die Krypto‑Branche: Clarity‑Act vorerst gestoppt, Bitcoin gibt deutlich nach
Foto: Sora
Bitcoin - United States Dollar -%
Thorsten Küfner Heute, 21:35 Thorsten Küfner
Logo: DER AKTIONÄRJetzt bei Google bevorzugen
Top-Analysen. Direkt für Sie. Bei Google.
  • Unsere Analysen ganz oben bei Google
  • Kostenlos schneller informiert
  • Jederzeit anpassbar

50 Senatoren standen hinter dem Clarity Act. Gereicht hat das aber nicht. Bitcoin, Coinbase und Circle geben nach – und der Blick wandert vom Parlament zu den Aufsehern. Der Senat hat den Clarity Act am Dienstag gestoppt. Beim Verfahrensantrag, die Debatte über das Krypto-Marktstrukturgesetz zu eröffnen, stimmten 50 Senatoren dafür und 49 dagegen.

Nötig gewesen wären 60. Bitcoin gab rund drei Prozent nach und rutschte in Richtung 76.000 Dollar, Coinbase verlor acht, Circle zehn Prozent. Das Gesetz sollte die Aufsicht über Kryptowerte zwischen Börsenaufsicht SEC und Terminmarktaufsicht CFTC aufteilen, Registrierungspflichten festlegen und die Geldwäscheregeln verschärfen. 

Auf dem Papier ist das eine Mehrheit. Tatsächlich fehlen zehn Stimmen – ein Sechstel der nötigen Zustimmung. Die Republikaner halten 53 Sitze, sieben Demokraten hätten also bei geschlossener Fraktion mitziehen müssen. Am Ende standen nicht einmal 53 Ja-Stimmen auf der Tafel. Wie sich die 50 im Einzelnen verteilen, war bei Redaktionsschluss noch nicht aufgeschlüsselt. Der Grund liegt in der Geschäftsordnung. Im Senat kann eine Minderheit jede Vorlage durch Dauerdebatte blockieren; beenden lässt sich das nur mit 60 Stimmen. Das gleicht einem Hochsprung: Wer 1,70 Meter schafft, springt höher als die meisten – liegt die Latte auf zwei Metern, ist er trotzdem raus. 

Bitcoin (ISIN: CRYPT0000BTC)

Inhaltlich hing es an der Ethikfrage. Die Republikaner hatten am Sonntag eine überarbeitete Fassung mit strengeren Ethikregeln für Amtsträger vorgelegt. Den Demokraten reichte das nicht: Sie wollten die Regeln auf Angehörige ausweiten und große Krypto-Beteiligungen binnen 180 Tagen verkaufen oder in einen Blind Trust überführen lassen. Hintergrund sind die Krypto-Geschäfte im Umfeld von Präsident Trump. 

Der Maßstab zeigt die Lücke: Im Repräsentantenhaus war die Vorlage im Juli 2025 mit 294 zu 134 Stimmen durchgegangen – 69 Prozent Zustimmung. Im Senat reichte es jetzt für gut 50 Prozent. Das Stablecoin-Gesetz GENIUS Act kam dort 2025 am Ende auf 68 Stimmen. 

Gerade der GENIUS Act zeigt, dass ein verlorenes Verfahrensvotum kein Endpunkt sein muss. Im Mai 2025 fiel er im ersten Anlauf mit 48 zu 49 durch, elf Tage später kam er mit 66 Stimmen über die Hürde. Diesmal fehlt dafür die Zeit. Bis zu den Kongresswahlen sind es sieben Wochen, der Senat zieht Anfang Oktober in den Wahlkampf, das Repräsentantenhaus schon zum Wochenende. Selbst Senatorin Cynthia Lummis, die wichtigste Fürsprecherin der Branche, sprach vorab vom Ende. 

Zugleich bauen die Aufseher die Regeln ohne Gesetz aus. Die SEC hat vorgeschlagen, dass Start-ups Token im Wert von bis zu 75 Millionen Dollar ohne Registrierung verkaufen dürfen, die CFTC hat die ersten Bitcoin-Perpetual-Futures in den USA genehmigt. Der Haken: Was eine Behördenführung erlässt, kann die nächste wieder kassieren. Die Planungssicherheit, die langfristiges Kapital sucht, liefert nur ein Gesetz. 

Hinweis auf Interessenkonflikte

Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Bitcoin.

Behandelte Werte

Name Wert Veränderung
Heute in %
Bitcoin - $

Aktuelle Ausgabe

Von Japan bis Griechenland: Das sind die besten Aktien der Welt

Nr. 38/26 8,90 €
Paypal Sofortkauf Im Shop kaufen Sie erhalten einen Download-Link per E-Mail. Außerdem können Sie gekaufte E-Paper in Ihrem Konto herunterladen.

Buchtipp: Gerd Wegers Krypto-Kompendium

Gerd Weger ist seit den 1980ern erfolgreich an den Märkten aktiv und vielen Börsianern als Kolumnist der €uro am Sonntag oder als Betreiber seines legendären „Millionen­depots“ bekannt. Im Jahr 2017 hat er seinen Fokus von Aktien auf Kryptowährungen verlagert und legt nun ein Standardwerk vor: Der Schwerpunkt liegt auf den Bewertungsfaktoren von Bitcoin und Co. Die im Ver­gleich zu Aktien völlig anderen Ansätze zur Fundamentalanalyse werden in dem Buch systematisch dargestellt. Wichtig sind auch die Überlegungen für eine Steueroptimierung. Für aufgeklärte Investoren und Trader ist all dies unerlässlich für einen nachhaltigen Anlageerfolg mit Kryptowährungen. 

Gerd Wegers Krypto-Kompendium

Autoren: Weger, Gerd
Seitenanzahl: 736
Erscheinungstermin: 21.03.2024
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-86470-957-9

Preis: 79,00 €