Trotz der geopolitischen Spannungen im Nahen Osten hält sich die größte Kryptowährung der Welt stabil über der Marke von 70.000 Dollar. Dennoch ist die Luft dünner geworden. Nachdem der Kurs am Dienstag ein Sechs-Wochen-Hoch von fast 76.000 Dollar erreicht hatte, verzeichnete das digitale Asset drei Tage in Folge Verluste.
Die Stimmung am Markt ist gemischt. Rückenwind erhielt die Branche unter der Woche von der US-Börsenaufsicht SEC. Neue Details zur Klassifizierung von Kryptowährungen ließen aufatmen: Viele etablierte Token entgehen vorerst dem strengen Label „Wertpapier“, was den regulatorischen Druck mindert.
Dieser Optimismus wird jedoch durch die makroökonomische Lage ausgebremst. Der Konflikt mit dem Iran schürt neue Inflationsängste. Das hat Konsequenzen für die Geldpolitik: Analysten von IG Markets verweisen auf eine Reihe „falkenhafter“ Zentralbanksitzungen. Die Erwartung, dass die Zinsen in den kommenden Monaten wieder steigen könnten, lastet schwer auf riskanten Anlagen.
Institutionelle Anleger ziehen sich zurück
Ein Blick auf die institutionellen Ströme zeigt erste Risse im Anlegervertrauen. Die US-Spot-Bitcoin-ETFs, die wochenlang als Kurstreiber fungierten, verzeichneten zuletzt deutliche Abflüsse. Am Donnerstag flossen 90,2 Millionen Dollar aus den Produkten ab, nachdem bereits am Vortag 163,5 Millionen Dollar abgezogen wurden. Damit ist die Serie von sieben Tagen mit Nettozuflüssen offiziell beendet.
Interessant bleibt der Vergleich mit anderen Anlageklassen. Während Gold im März um 10,8 Prozent nachgab, kann Bitcoin auf Monatssicht noch ein Plus von 7,7 Prozent vorweisen. Der massive Anstieg beim Rohöl von 48,2 Prozent verdeutlicht jedoch den Energiepreisschock, der die Märkte nervös macht. Bitcoin zeigt sich bisher widerstandsfähiger als viele klassische Risiko-Assets, profitiert aber auch von einer technischen Komponente: Trader schließen Short-Positionen, was zu erzwungenen Käufen führt.
Bitcoin beweist Widerstandskraft, kämpft jedoch mit einer Eintrübung der Stimmung. Anleger sollten die Marke von 75.000 Dollar als entscheidenden Widerstand im Auge behalten.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Bitcoin.
Heute, 15:15