Kaum ist die Amtszeit vorbei, sucht Ex-NYC-Bürgermeister Eric Adams das Scheinwerferlicht im digitalen Wilden Westen. Doch sein am Montag am Times Square vorgestellter „NYC Token“ sorgt nicht für städtische Innovation, sondern für Alarmstimmung an den Märkten. Der Vorwurf von Blockchain-Analysten wiegt schwer: Ein klassischer „Rug Pull“.
Vor der Kulisse des Times Square enthüllte Adams den auf der Solana-Blockchain basierenden Memecoin. Das noble Ziel: Einnahmen generieren, um Initiativen gegen „Anti-Amerikanismus“ und Antisemitismus zu finanzieren. Doch während Adams von Walmart-Logistikketten und einer sichereren Stadt fabulierte, arbeiteten die Algorithmen bereits gegen die Anleger.
Liquidität verdampft in Stunden
Nur Stunden nach dem Event deuteten On-Chain-Daten auf massive Unregelmäßigkeiten hin. Laut den Analysten von Rune Crypto wurden kurz nach dem Start mindestens 3,4 Millionen Dollar an Liquidität aus dem Markt gezogen.
Besonders die Visualisierungsplattform Bubblemaps liefert belastendes Material. Eine Wallet mit der Kennung „9Ty4M“, die direkt mit dem Ersteller des Tokens verknüpft ist, zog am absoluten Markthoch rund 2,5 Millionen USDC ab. Die Folge: Der Kurs kollabierte umgehend um über 60 Prozent. Zynisches Detail: Erst nach dem Absturz flossen 1,5 Millionen Dollar zurück in den Pool.
Undurchsichtige Strukturen
Auch fundamental wirft das „Whitepaper“ – sofern man die Webseite so nennen will – Fragen auf. Von den insgesamt einer Milliarde Token sollen 70 Prozent in einer „NYC Token Reserve“ geparkt werden, fernab des zirkulierenden Angebots. Wohin die Einnahmen konkret fließen? An eine bislang ungenannte Non-Profit-Organisation. Wer die Mitgründer neben Adams sind? Der Ex-Bürgermeister schweigt.
Für Adams, der sein Amt am 1. Januar an Zohran Mamdani übergab, ist es der vorläufige Tiefpunkt einer ambitionierten, aber oft glücklosen Krypto-Agenda. Er wollte New York zur „Krypto-Hauptstadt der Welt“ machen, kassierte seine ersten drei Gehälter demonstrativ in Bitcoin und Ethereum und richtete das „Office of Digital Assets“ ein. Konkrete Projekte wie ein städtischer „BitBond“ blieben jedoch bloße Ankündigungen.
Erst im vergangenen Jahr ließ das Justizministerium fünf Anklagepunkte wegen Korruption gegen Adams fallen. Nun begibt er sich freiwillig zurück in die Grauzone unregulierter Memecoins. Dass der Token laut Adams ihm „nicht sofort“ ein Gehalt zahlen soll, beruhigt Kritiker kaum.
Für Anleger ist der „NYC Token“ kein Investment. Wer hier einsteigt, finanziert mit hoher Wahrscheinlichkeit nur den Exit der Hintermänner. Welche Kryptowährungen jetzt hingegen chancenreich sind, erfahren Anleger im Bitcoin Report.
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13.01.2026, 08:11