Neue Ausgabe: 12 Top-Aktien für Post-Corona-Ära
08.04.2003 DER AKTIONÄR

Zwischen den Zeilen lesen

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Trendthema

Großinvestor Warren Buffett strotzt in seinem jüngsten Brief an die Aktionäre von Berkshire Hathaway nicht gerade vor Zuversicht, was die weitere Entwicklung an der Börse und in der Wirtschaft anbetrifft. Die meisten Aktien seien immer noch zu teuer, die Unternehmensmanager zu gierig und die versprochenen Reformen des Finanzwesens auf halbem Wege steckengeblieben.

"Trotz der seit drei Jahren fallenden Kurse, die die Attraktivität von Aktien erhöht haben, finden wir kaum Titel, die uns interessieren. Manchmal verlangt erfolgreiches Anlegen Inaktivität", sinniert Buffett. Doch man achte auf die genaue Wortwahl. Buffett redet davon, dass er "kaum einen Titel" attraktiv findet, will heißen, dass er zumindest einen gut beurteilt. Und wie heißt dieser? Aufmerksame Leser vom AKTIONÄR wissen jetzt, um welche Aktie es sich nur handeln kann: die Kölner Rück. Wie Sie in der aktuellen Ausgabe ab Seite 24 lesen können, ist Warren Buffett mit seiner Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway im Rückversicherer General Re investiert. Dieser wiede- rum hält ein circa 30-prozentiges Aktienpaket an der Kölner Rück. Durch die geplante Übernahme des Unternehmens General Re-CKAG Reinsurance u. Investment, das zu 60 Prozent an der Kölner Rück beteiligt ist, wird Buffett in Zukunft rund 90 Prozent der Aktien der Kölner Rück kontrollieren.

 Nicht ganz zu Unrecht spekuliert man an der Börse nun darauf, dass Aktionäre der Kölner Rück bald ein attraktives Übernahmeangebot für die restlichen noch ausstehenden zehn Prozent der Aktien unterbreitet bekommen. Sicherlich hat Buffett ein großes Interesse daran, die Kölner Rück zu 100 Prozent zu übernehmen und vollständig in seine Beteiligungsgesellschaft zu integrieren. Was lernen wir daraus? Man muss in Zukunft zwischen den Zeilen lesen. Interessant ist nicht, was die Großmeister aus der Finanz- und Investmentbranche sagen. Von Bedeutung ist, was sie nicht sagen. Das war allerdings auch in der Vergangenheit schon so.

 Ihr Bernd Förtsch

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