07.01.2003 DER AKTIONÄR

Neue PR-Mitarbeiter für die Regierung

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Trendthema

In seiner diesjährigen Weihnachtsansprache hat Bundespräsident Rau die Deutschen zur Reformbereitschaft aufgerufen. Sinngemäß sagte er, dass eine Reihe von schwerwiegenden Reformen ansteht, die von jedem Bürger Engagement und Opferbereitschaft verlangen würden. Dabei warnte er zugleich vor einer Miesmacherei. "Neben ernsten Stimmen und zutreffenden Warnungen hören wir in der letzten Zeit manches törichte Gerede, als stehe der Untergang Deutschlands bevor", so Rau. Wichtig sei aber, bei allem Streit nicht die Maßstäbe zu verlieren. Es könne nur aufwärts gehen, "wenn jeder Einzelne seine eigene Verantwortung und seine eigenen Möglichkeiten erkennt". Es helfe nichts, die schwerwiegenden Probleme, vor denen das Land stehe, zu verschleiern. Umgekehrt dürften sie aber auch nicht maßlos übertrieben werden.

Dieser Ansprache ist sicherlich nicht vielmehr hinzuzufügen. Natürlich verlangen Reformen von der Bevölkerung immer ein gewisses Maß an Verantwortung; und natürlich ist dabei Miesmacherei wenig nützlich. Doch die Frage muss erlaubt sein, warum Miesmacherei derzeit auf einen so fruchtbaren Boden fällt? Über kaum eine andere Regierung gab es so viele bösartige Witze wie derzeit über Rot-Grün. Über kaum eine andere Regierung wurde soviel geschimpft und gelästert. Schröder wird in Musikvideos als "steuergeiler" Politiker vorgeführt, der auch noch für das Atmen Geld verlangen will. Sicher, das Video ist nicht ernst gemeint, doch es steht stellvertretend für eine ganz bestimmte Stimmung in unserem Land. Und exakt diese Stimmung ist es, auf die gewisse Zeitungsblätter bei ihrer Miesmacherei aufbauen können.

Ich behaupte nun, dass Rot-Grün an dieser Miesmacherei-Stimmung selbst schuld ist. Durch das völlig unprofessionelle Auftreten der Regierungsspitze muss man einfach den Eindruck bekommen, dass niemand in Berlin so richtig weiß, was los ist. Und natürlich führt genau dies dazu, dass man sich in der Bevölkerung darüber lustig macht und mit Spott und Hohn über die Regierung redet. Schröder wäre also gut beraten, sich nach neuen PR-Mitarbeitern umzuschauen. Davon soll es ja eine ganze Reihe am Neuen Markt geben, die 2003 arbeitslos werden.

Ihr Bernd Förtsch

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