Kommentar von Lars Brandau: Grübeln bringt nichts – warum Anleger jetzt ein resilientes Depot brauchen

Kommentar von Lars Brandau: Grübeln bringt nichts – warum Anleger jetzt ein resilientes Depot brauchen
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DER AKTIONÄR 28.01.2021, 10:35 DER AKTIONÄR

Trübt die Börseneuphorie bald ein? Eher eine Frage für Futurologen, als für Privatanleger. Denn wer an den Märkten unterwegs ist, muss die Zukunft nicht kennen, um erfolgreich zu ein – ein klug gebautes Wertpapierdepot reicht schon.  Ein Kommentar von DDV-Geschäftsführer Lars Brandau.

Langsam aber sicher wird klar, dass weder die Pandemie selbst, noch die wirtschaftlichen Folgen bisher an den Börsen wirklich abgebildet sind. Die Oxfam Studie zu sozialer Ungleichheit, die zu Wochenbeginn veröffentlich wurde, zeigt, wie sehr die Pandemie die bereits dramatischen Unterschiede zwischen Arm und Reich verschärft. Was bedeutet das für Privatanleger?

Über dem Marktgeschehen dräuen Fragen wie diese: Wird das Börsenhoch von realistischen Markterwartungen getragen? Kommt nach der Corona-Rezession sogar das nächste Wirtschaftswunder? Oder folgt auf die Euphorie unter Anlegern die Enttäuschung allzu naiver Gewinnhoffnungen?

Privatanleger sollten darüber nicht grübeln – time will tell. Entscheidend ist, dass jeder dringend damit anfängt, sich Gedanken über seine finanziellen Verhältnisse zu machen und Sparziele zu setzen, um einen privaten Vorsorgestock für das Alter aufzubauen. Eine langfristige, nüchtern kalkulierte Anlagestrategie, die – etwa durch Hebelprodukte – auch die Möglichkeit fallender Kurse berücksichtigt, macht Anleger gegenüber Marktschwankungen weniger anfällig.

Aber auch die Politik sollte Antworten geben. Die Oxfam-Studie zeigt: Einige Betroffene der Pandemie könnten zehn Jahre brauchen, um ihren verlorenen wirtschaftlichen Status wiederzuerlangen. Es braucht jetzt auch Anreize, damit Anleger resiliente Wertpapierdepots aufbauen. Gerade aktive, langfristige und auf Sicherheit bedachte Anlagestrategien könnte man steuerlich fördern. So sollte beispielsweise die neue Begrenzung der steuerlichen Verlustverrechnung nicht auf die äußerst nützlichen Hebelprodukte ausgeweitet werden. Im Gegenteil, warum nicht die Finanzbildung in den Blick nehmen und gerade das Wissen um sichere Wertpapieranlegen fördern?


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