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DAX‑Ausblick: Neues Zoll‑Chaos voraus

DAX‑Ausblick: Neues Zoll‑Chaos voraus
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Jan-Paul Fóri Heute, 08:00 Jan-Paul Fóri

Der DAX hat in der vergangenen Handelswoche die psychologisch wichtige 25.000-Punkte-Marke hinter sich gelassen. Zum Wochenausklang notierte das Börsenbarometer komfortabel oberhalb der vielbeachteten Hürde. Doch schon in der neuen Handelswoche könnte das von US-Präsident Donald Trump verursachte Zoll-Chaos die Nerven der Anleger erneut strapazieren. Der Wochenausblick.

Der Befreiungsschlag ist gelungen: Der DAX hat die viel beachtete Marke von 25.000 Punkten endlich überwunden. Am Freitag verabschiedete sich das Börsenbarometer mit einem Plus von 0,87 Prozent auf 25.260 Zähler ins Wochenende. Auf Wochensicht kletterte der deutsche Leitindex um 1,3 Prozent. Doch kaum ist der charttechnische Meilenstein erreicht, nehmen die Risiken schlagartig zu. Vor allem frische Zollsorgen aus den USA könnten die Kurse in der kommenden Handelswoche bereits wieder unter Druck setzen.

Für erhebliche Turbulenzen sorgte am Freitag eine historische Entscheidung des Obersten US-Gerichts: Ein Großteil der bislang verhängten Zölle wurde für rechtswidrig erklärt – der Präsident habe seine Kompetenzen überschritten (DER AKTIONÄR berichtete). Daraufhin sprangen die Kurse von Amazon, Ebay, Etsy und Co schlagartig nach oben.

Doch statt Entspannung folgte der nächste Paukenschlag. US-Präsident Donald Trump reagierte umgehend und unterzeichnete eine neue Anordnung: ein pauschaler Importzoll von zehn Prozent, gestützt auf ein Handelsgesetz von 1974. Zwar gibt es Ausnahmen für Arzneimittel und Autos, doch das Signal ist eindeutig – die handelspolitische Unsicherheit bleibt.

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Fraglich ist nun unter anderem, was mit Handelsabkommen wie jenem mit der EU passiert. Selbst Trump wollte sich dazu nicht konkret äußern. Völlig unklar ist auch, ob die vom Supreme Court für ungültig bezeichneten und von der US-Regierung bereits vereinnahmten Zölle wieder an Importeure zurückgezahlt werden müssen. „Man sollte doch meinen, sie hätten wenigstens einen Satz hineingeschrieben, ob man das Geld behalten darf oder nicht, oder? Ich schätze, das muss in den nächsten zwei Jahren vor Gericht ausgetragen werden“, sagte Trump im Anschluss. Insgesamt dürfte das neue Zoll-Chaos die Anleger jedoch zur Zurückhaltung bewegen. 

Geopolitische Risiken: Naher Osten bleibt Brandherd

Zusätzlich belasten geopolitische Spannungen. Die Sorge vor einer möglichen militärischen Eskalation zwischen den USA und dem Iran sorgt weiterhin für Nervosität. Sollte sich die Lage verschärfen, könnte insbesondere der Ölpreis deutlich anziehen. Ein Wert, der neben den Ölkonzernen Chevron, ExxonMobil und ConocoPhillips davon profitieren könnte, wurde erst kürzlich im Hebeltrader vorgestellt. 

DAX (WKN: 846900)

Auch auf der Makroseite steht eine ereignisreiche Woche an. Bereits am Montag wird mit dem Ifo-Geschäftsklima der wichtigste deutsche Frühindikator veröffentlicht. Zur Wochenmitte folgen detaillierte Daten zum deutschen Bruttoinlandsprodukt sowie das GfK-Verbrauchervertrauen, die weitere Hinweise auf die wirtschaftliche Dynamik im Inland liefern. Den Abschluss bilden am Freitag die Verbraucherpreise für Deutschland.

Gerade die Inflationsdaten zum Wochenschluss dürften besondere Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Sollte sich der rückläufige Preisdruck bestätigen, würde das die Erwartungen an weitere Zinssenkungen untermauern – und den Aktienmärkten zusätzlichen Rückenwind verleihen.

Wichtige Unternehmenszahlen

Unterdessen steuert auch die Berichtssaison auf ihren Höhepunkt zu. Bereits am Montag stehen mit Domino’s Pizza und Hims & Hers zwei interessante US-Unternehmen im Fokus. Am Dienstag veröffentlichen hierzulande Fresenius Medical Care und MTU Aero Engines ihre Zahlen, während Apple zur Hauptversammlung lädt. 

Das unbestrittene Highlight folgt am Mittwochabend, wenn das KI-Schwergewicht Nvidia seine Quartalszahlen vorlegt. Für den gesamten Technologiesektor wird dieses Ereignis zur Richtungsentscheidung: Kann das operative Wachstum mit den enormen Erwartungen des Marktes Schritt halten – oder droht Ernüchterung? Analysten rechnen in der Sparte Datacenters mit einem Umsatz von 59,9 Milliarden Dollar, was einer Wachstumsrate von mehr als zwei Dritteln entspricht. Die Konzernmarge soll mit 67,9 Prozent auf Rekordniveau liegen. Ebenfalls zur Wochenmitte legen Bayer, E.on, Fresenius, Heidelberg Materials und der Auto1 Ergebnisse vor.

Am Donnerstag rücken mit Allianz, Deutsche Telekom und Munich Re gleich mehrere DAX-Schwergewichte in den Fokus, flankiert von Puma, Aixtron und Scout24. Den Schlusspunkt einer intensiven Woche setzen am Freitag BASF und Delivery Hero.

Gerade nach dem Ausbruch des DAX über die Marke von 25.000 Punkten kommt den Unternehmenszahlen besondere Bedeutung zu. Positive Überraschungen könnten das neue Kursniveau stabilisieren – Enttäuschungen hingegen hätten in der aktuellen Gemengelage durchaus das Potenzial für spürbare Rücksetzer.

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