27.10.2017 Florian Söllner

Kolumne: Bitcoin wie Gold? Liquide im Jahr 2030

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Trendthema

In Frankfurt auf dem Parkett oder beim Einkaufen im Supermarkt – überall wird man auf den Trend des Jahres 2017 angesprochen: Kryptowährungen. Gerade hatte ich dazu eine Diskussion mit einem Gold-Bullen: „Bitcoin ist ´nichts‘, man kann sie nicht wie eine Goldmünze in die Hand nehmen“, warf er mir entgegen. Ein gutes Argument – für einen Cowboy, der 1870 an der Bar Whiskey bestellen will. Denn Facebook, Staramba und EA schaffen gerade digitale Welten. Wir treffen Promis virtuell, wir können 3D-Spiele bald nicht mehr von der Realität unterscheiden. Schon jetzt kaufen wir per Smartphone und „leben“ täglich Stunden im PC. Wer im Jahr 2030 seine virtuellen Schwerter oder sein Tinder-Abo mit Euro-Münzen oder Kreditkarte statt Kryptowährung bezahlen will, wird wie ein Cowboy mit Bitcoin Wallet beäugt werden. Materielle Goldmünzen haben keinen Zugang zu virtuellen Welten. Zumindest hier ist Krypto alles und Papiergeld „nichts“.

Bitcoin ist unfassbar – im wahrsten Sinne des Wortes. Es ist keine Goldmünze die man zwischen den Fingern rollen kann und auch nicht wie eine Aktie ein konkreter Anteil an einer Firma. Sich den ersten Bitcoin zu kaufen, ist, wie als Austronaut aus dem sicheren Raumschiff hinaus ins All zu springen: Kein fundamentaler Boden, kein Anker in Form eines klassischen Bewertungsansatzes. Bitcoin kann ins Nichts stürzen. Aber Bitcoin kann umgekehrt auch schwerelos, leicht unendlich nach oben schweben. Luft nach oben ist viel: Der Wert allen Goldes ist rund 80 mal so hoch wie die Marktkapitalisierung von Bitcoin.10.000 Euro, 1 Million Euro – aufgrund der simplen, direkten, genialen Blockchain-Technologie ist vieles beim Bitcoin-Kurs möglich, solange das Interesse groß bleibt. Und kein Experte, kein Medium, welches den Namen Bitcoin gerade nicht in den Mund nimmt. Bitcoin ist Kryptowährung wie Apple das Smartphone. Der Wert der Marke steigt täglich.

Der Hype ist groß, aber wohl nicht am Höhepunkt angelangt. Dieser Meinung ist auch Facebook-Milliardär Peter Thiel. Er hat diese Woche gesagt: Bitcoin wird noch unterschätzt und könnte zum digitalen Gold werden. Sein Wort hat Gewicht, er berät US-Präsident Donald Trump. Ich bin vor einigen Jahren mit Thiel bei einem Glas Wasser in Berlin zusammengesessen – Hauptgesprächsthema war unser Faible für antizyklisches Investieren aber auch sein Rat, nicht zu früh (etwa bei Facebook) auszusteigen: Er sagte mir: „Wenn etwas gut funktioniert, sollte man den Weg weitergehen.“ Denn positive Überraschungen sind jederzeit möglich. Die „Welt“ will etwa aus dem Silicon Valley erfahren, dass Amazon wahrscheinlich schon bald Bitcoin als Zahlungsmittel akzeptieren wird. Eine Spekulation, welche auch nach der gestrigen Amazon-Zahlenbekanntgabe heiß bleibt.

Vor einigen Jahren war ich zunächst skeptisch – doch ich bin über den Schatten gesprungen und habe in Bitcoin investiert. Lesern des Hot Stock Reports habe ich 2016 die Aktie Bitcoin Group vorgestellt (+1.200 Prozent Kursgewinn in der Spitze). Denn ich glaube, dass die Welt eine Alternative zu Euro, Dollar und Gold braucht – eine digitale Weltwährung, die keine Staaten, Grenzen und Regulierung kennt. Neueinsteiger können ein Bitcoin-Investment mit einer (Auto-)Versicherung vergleichen: Crasht der Euro nicht, ist die Prämie vielleicht weg – doch kommt der Unfall - etwa eine Dollar- oder Euro-Hyperinflation - kann Bitcoin noch sehr, sehr viel wertvoller werden. Nebeneffekt: Man öffnet sich neuen Technologien, geht mit der Zeit, um in den 3D-Welten im Jahr 2030 noch liquide und informiert zu sein. Investieren Sie sehr wenig: Schießen Sie nicht ihr ganzes Geld zum Mond, aber wagen Sie einen ersten kleinen Schritt hinaus ins Kryptouniversum.

Hinweis: Florian Söllner besitzt privat Bitcoins. Er führt das Depot 2030.

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