07.10.2003 DER AKTIONÄR

Hurra, die Kurse fallen

-%
DAX
Trendthema

Nach einer nicht mehr enden wollenden Aufwärtsbewegung haben sich nun die Bären unter den Börsianern eindrucksvoll zurückgemeldet. In nur zwei Wochen gab der deutsche Leitindex Dax gegenüber seinem Jahreshöchststand zeitweise über 400 Punkte ab - ein Kursverlust von mehr als zehn Prozent.
Eigentlich war eine solche Korrektur ja von den meisten Börsianern erwartet worden - einige hatten sie sogar geradezu herbeigesehnt. Sie hatten die Aufwärtsbewegung weitgehend verschlafen und hofften auf nachgebende Kurse, um etwas günstiger kaufen zu können. Als dann aber die Kurse tatsächlich absackten, trauten sich doch nur wenige Anleger zuzugreifen. Es ging einfach zu schnell nach unten. Überdies waren vielen Investoren die Turbulenzen an den Devisenmärkten und die widersprüchlichen Konjunkturdaten nicht ganz geheuer.
Wohl wahr, aber so ganz grundlos kommt eine Korrektur eben selten daher. Es gilt nun zu entscheiden, ob es sich lediglich um ein Störfeuer handelt oder ob sich die Rahmendaten wirklich nachhaltig verschlechtert haben und den mittelfristigen Aufwärtstrend an den Börsen jäh beenden.
Auf das zweite Szenario deutet derzeit wenig hin, zumal die längerfristigen Trends weiter nach oben gerichtet sind. Insofern sollten sich Anleger über die jüngsten Kursabschläge eher freuen. Diejenigen, die bisher nicht oder nur unzureichend dabei waren, bekommen eine gute Kaufgelegenheit und auch für die bereits investierten ist eine zwischenzeitliche Korrektur sehr gesund, schafft sie doch neuerliches Kurspotenzial und verhindert, dass die Märkte "heiß laufen".
Unter dem Strich ist die aktuelle Situation also nicht ungeeignet für den langfristigen Kauf von Aktien. Aus diesem Grund haben wir in dieser Ausgabe des aktionärs für Sie die unserer Meinung nach besten Aktien der Welt herausgesucht, die derzeit relativ günstig zu haben sind - zumeist günstiger als noch vor zwei Wochen. Insofern sollten wir uns wirklich freuen, dass die Kurse noch einmal ein Stück zurückgekommen sind.

Ihr Alfred Maydorn
Stellv. Chefredakteur