Hier wird Geschichte geschrieben. Nicht verpassen!
13.01.2020 Leon Müller

Gelassen und stabil

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DAX

Erst wenige Tage ist das neue Jahr alt und doch schon reich an Nachrichten – mehr schlechten als guten. Im Nahen Osten fordert das Säbelrasseln zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und dem Iran weitere Todesopfer. Menschen sterben. Die Glaubwürdigkeit der Handelnden, die sich mit immer dunkleren Drohungen überhöhen, leidet. Ebenso wie jene der Medien, seit das Vertrauen in die Berichterstattung der öffentlich-rechtlichen Sender über Vorwürfe des Framing und vermeintlicher Satire-Videos zunehmend erodiert.

Die Spaltung der Gesellschaft zwischen „arm“ und „reich“, zwischen „links“ und „rechts“, schreitet unter der neuen Führung der SPD ungehindert voran. Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans fordern im Tagestakt neue Steuern, wollen Erträge „abschöpfen“, während der finanzpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Lothar Binding, in einem Video in den sozialen Netzwerken oberlehrerhaft die Finanztransaktionssteuer zu erklären versucht – und dabei lächerlich scheitert, weil er den Unterschied zwischen Dividenden- und Kursrendite nicht kennt und Aktienrenditen als feste fortlaufende Größe betrachtet.

Man könnte meinen, 2020 könnte sodann nur noch eines werden: besser. Eine Garantie dafür gibt es indes nicht. Jedoch ein markantes „aber“: So verrückt die ersten Tage erscheinen mögen, so unbeeindruckt zeigt sich der Aktienmarkt davon. Während die Flucht in sichere Häfen wie Gold und Bitcoin die Notierungen der genannten (etwas) in die Höhe treibt, strotzt etwa der DAX der Zuspitzung im Nahen Osten mit Gelassenheit und Stabilität.

Ich bin davon überzeugt, 2020 wird ein gutes Jahr für Aktionäre. Nicht nur, weil politische Börsen kurze Beine haben. Sondern und vor allem, weil sich das Kapital weiter seinen Weg bahnen und mangels Alternativen in großen Teilen an die Börse fließen wird. Ob und in welchem Ausmaß von dieser Entwicklung auch Aktien profitieren werden, die zuletzt durch Lethargie oder gar Verluste auf sich aufmerksam machten, lesen Sie ab Seite 14 in unserer großen Comeback-Story (siehe Ausgabe 03/2020).

Ob die SPD jemals wieder zur Ruhe kommt, der ÖRR Vertrauen zurückgewinnt oder der Nahe Osten zur Ruhe kommt, erscheint mir da weitaus ungewisser.

Buchtipp: Narrative Wirtschaft

„Tech-Aktien steigen immer!“ „Immobilien­preise fallen nie!“ Stimmt das wirklich? Ob wahr oder nicht, solche Narrative, oder einfacher gesagt Geschichten, beeinflussen das Verhalten von Menschen und somit auch die Wirtschaft massiv. Wie entstehen Narrative? Wie gehen sie viral, wie gewinnen sie an Einfluss, wann verlieren sie diesen wieder? Welche Auswirkungen haben sie? Und, last, but not least: Wie lassen sich mit ihnen ökonomische Zusammenhänge und Entwicklungen besser verstehen und vorhersagen? Diese Fragen untersucht Wirtschafts-Nobelpreisträger Robert J. Shiller in seinem vielleicht wichtigsten Buch.

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