15.04.2003 DER AKTIONÄR

Die Allianz-Aktie wird steigen

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Trendthema

Erinnern Sie sich noch an den Rat, den ich Ihnen in der letzten Woche an dieser Stelle gegeben habe? Sie müssen zwischen den Zeilen lesen, wenn Sie Erfolg an der Börse haben wollen. Entscheidend ist nicht, was die Börsengurus und Finanzjongleure sagen, sondern was sie nicht sagen. So ähnlich verhält es sich auch bei der Allianz.

 Seit Monaten spekuliert man an den Aktienmärkten darauf, dass die Allianz eine Kapitalerhöhung durchführen wird, um ihre Bilanzen aufzubessern. Nicht zuletzt diese Vermutung trug dazu bei, den Kurs der Allianz-Aktie in den Keller zu schicken.

 Und tatsächlich, vor einigen Wochen teilte die Allianz mit, dass sie plane, bis zu fünf Milliarden Euro frisches Geld an der Börse aufzunehmen. Und wieder sackte der Kurs ab, reagierten Allianz-Aktionäre verärgert und schimpften über die - zugegeben - schlechte PR-Arbeit der Verantwortlichen. Doch nun, da der erste Ärger verflogen ist, lohnt ein Blick auf die genauen Umstände dieser Kapitalerhöhung.

 Der Finanzkonzern teilte nämlich mit, die Aktionäre könnten sieben neue Aktien für jeweils 15 alte Aktien beziehen. Die Bezugsfrist wird dabei voraussichtlich vom 15. bis zum 29. April laufen. Das an der Kapitalerhöhung beteiligte Bankenkonsortium besteht aus Citigroup, Deutsche Bank, Goldman Sachs und UBS. Diese hatten zuvor einen Mindestemissionskurs von 30 Euro zugesagt, so dass die Allianz bei einem Emissionsvolumen von rund 117 Millionen Aktien auf Einnahmen von 3,5 Milliarden Euro bauen kann.

 Das heißt nicht, dass die neuen Allianz-Aktien für 30 Euro weggehen. Die 30 Euro sind nur ein Mindestpreis, den die Banken garantieren. Sollte die Aktie für einen höheren Preis zugeteilt werden können, wäre das für die Banken ein wahrer Geldregen. Denn sie könnten sich zumindest einen Teil dieser Differenz als dicke zusätzliche Provision einstreichen.

 Mit diesem Wissen in der Hinterhand kann man nun als Börsianer darauf spekulieren, dass die Banken den Aktienkurs der Allianz in den kommenden Tagen hegen und pflegen werden. Denn je höher die Aktie zu Beginn der Bezugsfrist notiert, desto höher kann der Bezugskurs ausfallen, desto dicker wird die Provision für die Banken sein.

 Ihr Bernd Förtsch