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12.08.2003 DER AKTIONÄR

Chips signalisieren die Wende

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DAX

Die Ergebnisse für das zweite Quartal 2003 liegen nun fast vollständig auf dem Tisch. Und man kann zusammenfassend sagen, dass sie durchweg besser ausgefallen sind, als dies von vielen Analysten zuvor eingeschätzt wurde. Ob damit allerdings schon die konjunkturelle Wende zum Besseren eingeleitet wurde, sei dahingestellt.
Man sollte nämlich nicht vergessen, dass viele Quartalszahlen im Vorfeld massiv gesenkt wurden und nun einfach übertroffen werden mussten. Wenden wir nun also unseren Blick nach vorne und schauen auf die vor uns liegenden Quartale. Von ihnen wird es nämlich maßgeblich abhängen, ob die Aktienmärkte noch Luft nach oben haben oder auf Tauchstation gehen werden. Aber auch hier sehen die Perspektiven gar nicht so schlecht aus.
So zeigen die Zahlen von Intel, dass die Nachfrage nach Speicherchips zuletzt wieder angezogen hat. Nach Jahren rückläufiger Umsätze setzt damit ein Szenario ein, auf das alle Börsianer sehnsüchtig gewartet haben.
Eine anziehende Nachfrage nach Speicherchips signalisiert nämlich, dass Dienstleistungs- und Industrieunternehmen wieder Investitionen tätigen und ihre Geschäftstätigkeiten, wenn nicht ausbauen, so doch zumindest modernisieren. Eine anziehende Nachfrage nach Speicherchips heißt dann aber zugleich auch, dass weitere Hardware- und Softwarekomponenten, Elektrogeräte und Handys hergestellt werden. Denn schließlich müssen die Chips ja in irgendetwas eingebaut werden, wenn man sie sich nicht "nackt" ans Ohr halten möchte.
Aus der gestiegenen Nachfrage nach Speicherchips lässt sich so also durchaus die Hoffnung auf eine konjunkturelle Kehrtwende begründen. Dies hat auch die Börse erkannt, die vor allem bei zyklischen Werten in den letzten Wochen für starke Kurszuwächse gesorgt hat. Sicherlich ist jetzt einmal der Zeitpunkt gekommen, kräftig durchzuatmen und den einen oder anderen Gewinn mitzunehmen. Sollte sich dann aber das dritte Quartal, dessen Zahlen im Oktober gemeldet werden, ebenfalls so gut entwickeln wie das zweite, sind schnell deutlich höhere Aktienkurse möglich.

Bernd Förtsch

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