Amerika verliert Aufträge

Amerika verliert Aufträge
Foto: Deutsche Börse, Deutsche Börse
DAX - %
DER AKTIONÄR 01.07.2003, 14:38 ‧ DER AKTIONÄR
Logo: DER AKTIONÄRJetzt bei Google bevorzugen
Top-Analysen. Direkt für Sie. Bei Google.
  • Unsere Analysen ganz oben bei Google
  • Kostenlos schneller informiert
  • Jederzeit anpassbar
Vor einigen Tagen ging in Le Bourget bei Paris die weltweit größte Messe für Luft- und Raumfahrtfahrzeuge zu Ende. Und obwohl über 1.700 Firmen aus 38 Ländern ihre neuesten Entwicklungen präsentierten, mussten die Veranstalter im Vergleich zum Rekordjahr 2001 einen fünfprozentigen Rückgang bei den Ausstellern vermelden. Vor allem amerikanische Unternehmen stornierten ihre Zusagen. Damit wollten sie anscheinend gegen Frankreichs negative Haltung zum Irakkrieg protestieren. Ohnehin ist Frankreich, sind französische Produkte in den USA derzeit alles andere als beliebt: Französischer Wein wird von wütenden US-Bürgern in aller Öffentlichkeit in die Straßenkanalisation geschüttet, Pommes Frites, in Amerika bekannt unter dem Namen »French Fries«, werden in »Freedom Fries« umbenannt. Dass solche Szenen, sollten sie sich in Frankreich mit amerikanischen Produkten abspielen, von Washington sofort als »antiamerikanisch« verurteilt werden würden, scheint die US-Administration nicht zu stören. Mit gezielten Verbalattacken gegen das so genannte »alte Europa« torpedieren Rumsfeld und seine Kollegen das ohnehin gestörte transatlantische Verhältnis fröhlich weiter. Dabei ist eben dies nicht besonders klug. Mehr als je zuvor sind die USA auf das Vertrauen der ausländischen Kapitalanleger angewiesen. Sollten diese die Sticheleien eines Tages satt haben und ihr Geld, das sie zuvor in die Aktien an der Wall Street und somit in die US-Wirtschaft gesteckt haben, zurückfordern, droht den USA ein ökonomisches Desaster.

Der französische Staatspräsident Chirac zeigte sich bei seinem Besuch des Pariser Luftfahrtsalons gelassen. Er nutzte die Abwesenheit der amerikanischen Konkurrenz und warb für den europäischen Konzern Airbus, der zu EADS gehört. Während Amerika nämlich schmollt, schließen Europas Flugzeugunternehmen einen Auftrag nach dem anderen ab - und das trotz der Krise im Luftfahrtgeschäft. Das Nachsehen haben die US-Konzerne.

Bush, Rumsfeld und Co wären gut beraten, ihren Hau-Drauf-Kurs aufzugeben. Ohne Europa ginge den USA nämlich ziemlich bald die Luft aus.

Ihr Olaf Hordenbach

stellv. Chefredakteur

Behandelte Werte

Name Wert Veränderung
Heute in %
DAX - Pkt.

Aktuelle Ausgabe

Der Turnaround-Check: 5 Aktien nehmen Fahrt auf

Nr. 45/26 8,90 €
Paypal Sofortkauf Im Shop kaufen Sie erhalten einen Download-Link per E-Mail. Außerdem können Sie gekaufte E-Paper in Ihrem Konto herunterladen.

Buchtipp: Magier der Märkte: Die nächste Generation

Die legendäre „Market Wizards“-Reihe kehrt zurück und richtet den Fokus auf eine neue Generation von Ausnahme-Tradern. Jack D. Schwager, die Legende in Sachen Trading-Interviews, entschlüsselt zusammen mit seinem Co-Autor George Coyle die Geheimnisse der Akteure, die in den komplexen Märkten der Gegenwart astronomische Renditen erzielen. Vom ehemaligen Sicherheitsdienst-Mitarbeiter, der 5.000 Dollar in über 100 Millionen verwandelte, bis hin zu algorithmischen Strategen – dieses Buch zeigt, dass Erfolg an der Börse kein Zufall, sondern das Ergebnis von Methode und mentaler Stärke ist. Es liefert tiefe Einblicke in individuelle Handelsstrategien, hocheffizientes Risikomanagement und die unverzichtbare psychologische Diszi­plin. Genau das Richtige für alle, die das Handwerk des Tradings von den Besten der Welt lernen wollen.

Magier der Märkte: Die nächste Generation

Autoren: Schwager, Jack D. Coyle, George F.
Seitenanzahl: 496
Erscheinungstermin: 17.09.2026
Format: Klappenbroschur
ISBN: 978-3-68932-118-5

Preis: 39,90 €