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Thomas Gebert Kolumne: Der „Kitchin“-Zyklus gibt vor, welche Aktien steigen und welche nicht

 Thomas Gebert Kolumne: Der „Kitchin“-Zyklus gibt vor, welche Aktien steigen und welche nicht
Foto: Thomas Gebert
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Thomas Gebert 05.03.2021, 13:30 Thomas Gebert
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Am Einkaufsmanager-Index der USA und der Zehnjahresrendite amerikanischer Staatsanleihen kann man den aktuellen Punkt im Konjunkturzyklus lokalisieren.

In den letzten sieben Monaten hat das Musterdepot des Gebert-Briefs den DAX mit 14 Prozentpunkten Vorsprung geschlagen.


Quelle: GebertBrief

Diese Outperformance verdanken wir einer Grafik, die uns anzeigt, wo wir uns gerade im Konjunkturzyklus befinden. Der abgebildete US-Einkaufsmanagerindex im verarbeitenden Gewerbe (ISM Manufacturing) und die Rendite einer zehnjährigen US-Staatsanleihe schwingen im Takt des etwa vierjährigen „Kitchin“-Zyklus.

ISM Manufacturing Index, Rendite einer US-Staatsanleihe und das Kupfer-zu-Gold-Verhältnis


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Quelle: GebertBrief

Die richtigen Aktien zur richtigen Zeit

Ein hoher Zins schwächt die Wirtschaft ab und lässt den ISM-Index, ein Maß für die Wirtschaftstätigkeit, fallen. Bei nachlassender Konjunktur sinken die Zinsen, bis sie soweit gefallen sind um wieder stimulierend zu wirken. Die anschließende Konjunkturerholung zieht den Zins für langfristige Ausleihungen wieder mit nach oben. Während der Konjunkturaufschwünge, nach der Mitte des Jahres 2012 und nach der Mitte des Jahres 2016 stiegen bevorzugt die konjunktursensiblen Industriewerte, auch Zykliker genannt, aus der Stahl-, der Automobil- und der Chemieindustrie.

In den Konjunkturabschwüngen wurden dagegen die konjunkturunsensiblen Werte, wie zum Beispiel aus der Konsumgüterindustrie, favorisiert. Interessanterweise schwingt das Kupfer-zu-Gold-Verhältnis im gleichen Takt des vierjährigen Kitchin-Zyklus. Der Grund ist klar: In einem Konjunkturaufschwung wird Kupfer gebraucht und der Preis steigt im Verhältnis zum Goldpreis. Gold dagegen ist ein konjunkturunsensibles Investment. Sein Preis verhält sich entsprechend dem einer Konsumgüteraktie oder dem Kurs einer US-Staatsanleihe, wie die nächste Grafik eindrücklich zeigt.

Die Kurse von Nestle, der Goldminenaktie Barrick und einer US-Staatsanleihe


Quelle: GebertBrief

Für Gold und Nestle ist noch nicht dir richtige Zeit

So war es im Sommer des letzten Jahres – während der Coronakrise - keine gute Idee auf krisenresistente Werte wie etwa Nestle und Beiersdorf zu setzen oder gar Gold zu kaufen. Die ISM-Grafik hatte zu diesem Zeitpunkt bereits ein Durchschreiten der konjunkturellen Talsohle und einen kommenden Konjunkturaufschwung signalisiert. Das richtige Investment zu dieser Zeit war also – und ist es immer noch - der Kauf von den konjunktursensiblen Werten wie Daimler, Siemens, BASF und so weiter, der auch die  Outperformance des Musterdepots gebracht hat. Gold und Nestle werden erst wieder nachhaltig steigen können, wenn sich im nächsten Jahr im Rhythmus des vierjährigen „Kitchin“-Zyklus die Konjunktur wieder abschwächt und die US-Anleiherendite zu sinken beginnt.

Die Wichtigste Grafik für Börsianer

Die ISM-Grafik, die ich für die wichtigste Grafik halte, die dem Börsianer zur Verfügung steht, zeigt also nicht nur an welcher Stelle im Konjunkturzyklus man sich gerade befindet und ob es mit den Aktien bergauf gehen wird, sondern auch welche Aktien zu bevorzugen sind und ob der Goldpreis steigen wird oder nicht.


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