Der DAX hat am Donnerstag ein neues Allzeithoch bei 26.692,90 Punkten markiert und trotzdem 0,43 Prozent tiefer bei 26.325,01 Punkten geschlossen. Am Freitagmorgen folgt der nächste Dämpfer: Der DAX-Future notiert aktuell (6:50 Uhr) 0,7 Prozent im Minus bei rund 26.230 Punkten, weil der KI-Ausverkauf von der Wall Street über Tokio und Seoul weiterzieht.
DAX: Warum der Rekord nur Stunden hielt
Den Schwung lieferten die US-Zwischenwahlen. Schon am Mittwoch, 4. November, war der DAX um 2,22 Prozent auf 26.437,67 Punkte gestiegen. Am Donnerstag, 5. November, übersprang er die alte Bestmarke und stieg im Tagesverlauf bis auf 26.692,90 Punkte. Dann öffnete die Wall Street, und binnen Minuten war das Plus weg. Der Nasdaq 100 verlor bis zum Donnerstagabend 6,36 Prozent auf 26.629,81 Punkte, so viel wie seit März 2020 nicht mehr. Anleger fürchten, dass die Demokraten mit ihrer Mehrheit in beiden Kongresskammern den Bau neuer KI-Rechenzentren bremsen.
Im DAX traf es den Chipwert Infineon und einen Sonderfall. Infineon fiel am Donnerstag um 8,54 Prozent auf 45,95 Euro. Rheinmetall brach nach der am Mittwochabend erneut gesenkten Prognose um 16,14 Prozent ein. Die Breite hielt dagegen: 27 der 40 Werte schlossen im Plus.
Genau darin liegt die Gegenseite. Der DAX ist kein Technologieindex, und das hat ihn zuletzt stabil gehalten. Er schloss am Donnerstag, 5. November, bei 26.325,01 Punkten und damit nur 0,92 Prozent unter seinem Rekordschluss. Der Nasdaq 100 liegt dagegen rund 15 Prozent unter seinem Hoch. Hält diese Robustheit, war der Donnerstag eine Atempause. Springt der Ausverkauf auf Banken, Versicherer und Industrie über, wird es eng.
Den nächsten Takt geben heute die Quartalszahlen von Daimler Truck und um 14:30 Uhr der US-Arbeitsmarktbericht für Oktober vor.
Der DAX schloss am Donnerstag bei 26.325,01 Punkten. Als Widerstand wirkt das frische Allzeithoch bei 26.692,90 Punkten, der Index liegt 1,38 Prozent darunter. Die erste Unterstützung bildet das Donnerstagstief bei 26.223,34 Punkten. Darunter folgt die Zone um 26.100 Punkte, die der DAX am Mittwoch nach oben durchbrochen hat.
Im Dezember-Future bei rund 26.230 Punkten liegt die nächste Auffangzone bei der 50- und der 100-Tage-Linie mit 25.667,7 und 25.677,8 Punkten, rund zwei Prozent tiefer. Die 200-Tage-Linie des Kontrakts verläuft bei 25.018,6 Punkten.
Rutscht der DAX auf Schlusskursbasis unter 26.100 Punkte, wäre der Ausbruch dieser Woche hinfällig.
Ob der Rücksetzer bei Technologiewerten eine mögliche Chance öffnet, prüft die Titelgeschichte „Die Rebound-Chance: 5 Tech-Aktien im Check“ im neuen AKTIONÄR 46/26.
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