04.05.2020 Thomas Bergmann

Mai-Auftakt fällt ins Wasser – DAX vor dem Ertrinken?

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DAX

Der Auftakt in den Wonnemonat Mai fällt für den DAX niederschmetternd aus. Nach Trumps Drohungen in Richtung China fallen die Kurse am deutschen Aktienmarkt um mehr als drei Prozent und damit deutlich unter die Marke von 11.000 Punkten. Neben Corona ist also ein schon vergessenes Thema wieder auf dem Tisch. 

Das Coronavirus hatte den Handelsstreit zwischen den USA und China in Vergessenheit geraten lassen. Doch seit dem Wochenende ist damit Schluss. US-Präsident Trump droht den Chinesen mit neuen Strafzöllen, weil er Beweise haben will, Peking habe das Virus in Umlauf gebracht.

Corona-Pandemie und Handelsstreit könnten die V-förmige Erholung, die sich in den letzten Tagen abgezeichnet hatte, schnell wieder zum Erliegen bringen.

DAX (WKN: 846900)

Aus technischer Sicht gibt es einige Argumente, die jetzt für fallende Kurse sprechen. Zum einen wäre da der Wiedereintritt in die Seitwärtsrange, die der DAX zwischen 10.200 und 10.820 ausgebildet hatte. In der Regel kommt es in diesen Fällen zu einem erneuten Test der unteren Begrenzungslinie. Zum anderen wäre da der Bruch der 50-Tage-Linie, die bei 10.576 verläuft. Ebenfalls ein Verkaufssignal.

Kommt es nicht schnell zu einer Gegenbewegung, dürfte der DAX die Unterstützung bei 10.390 ansteuern, die aus dem Gap von Anfang März resultiert. anschließend warten bei 10.250/10.200 weitere Auffanglinien. Spannend würde es bei 10.097 werden. Dort liegt einerseits eine Gap-Kante, andererseits das 38,2%-Fibonacci-Retracement der jüngsten Aufwärtsbewegung. Sollte auch diese Anlaufmarke unterschritten werden, sind vierstellige DAX-Kurse wahrscheinlich.

DER AKTIONÄR hatte rechtzeitig vor dem Wochenende die Long-Position DFG3NQ mit einem Gewinn von 60 Prozent geschlossen. Der nächste Trade steht in Kürze an und wird per e-Mail an die Abonnenten verschickt.

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